„Waschmaschinen-Coup“: Kärntner veröffentlicht nun eigenes Buch dazu
Es war ein Betrugsskandal, der in Kärnten hohe Wellen schlug. Über 200 Waschmaschinen, die nie geliefert wurden und rund 600.000 Euro Schaden. Nun hat eben jener Unternehmer ein Buch darüber geschrieben.
Es war der 28. Oktober 2024. In Villach kam es zu einem Polizeieinsatz. Ein Geschäft für Haushaltsgeräte wurde durchsucht – und dann ist ein Skandal aufgeflogen. Es stellte sich in weiterer Folge heraus, dass ein Unternehmer in 224 Fällen Waschmaschinen und Trockner einer Wohngesellschaft verrechnet hatte, die Geräte wurden aber nie geliefert. Der Fall ist schon skurril genug, dennoch wird man nun ein weiteres Mal überrascht, denn nun hat der besagte Unternehmer ein Buch darüber veröffentlicht.
Großbetrug mit Waschmaschinen aufgedeckt
Konkret ging es darum, dass der Mann die Villacher Baugenossenschaft „meine Heimat“ um rund 600.000 Euro betrogen hat. Über einen längeren Zeitraum stellte er Haushaltsgeräte, wie Waschmaschinen und Trockner in Rechnung, diese kamen aber nie an. Die Genossenschaft hat die Bestellungen bezahlt. Ein Dauerwartungsvertrag soll bei der Vertuschung geholfen haben, so durften die Facharbeiter des Geschäfts selbständig Geräte „tauschen und warten“. Eine Hausverwalterin bemerkte den Schwindel. Die Ermittlungen liefen. Dann kam es zu der Nachricht, dass der Mann ein Geständnis abgelegt hatte.
„Es ging so leicht, weil jede Kontrolle fehlte“
Der Anwalt des Unternehmers sagte damals: „Es ging so leicht, weil jede Kontrolle fehlte.“ Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft war zu diesem Zeitpunkt: Der Geschäftsführer soll alte statt neue Waschmaschinen an die Heimatmieter geliefert haben oder überhaupt gleich keine. Der Verdacht nach Mitwissern, ohne die der Betrug gar nicht möglich gewesen wäre, innerhalb der Heimat wurde lauter. Dies wurde innerhalb der Wohnbaugesellschaft geprüft und es konnte dafür kein Hinweis gefunden werden, hieß es.
Urteil am Landesgericht gefällt
Dann kam es zur Verhandlung am 18. September 2025: Er wurde am Landesgericht Klagenfurt nicht rechtskräftig zu 24 Monaten Haft verurteilt – davon acht Monate bedingt. Seit 2019 hatte der Mann mit den strafbaren Handlungen begonnen und setzte diese fort, bist er aufflog. Der bisher unbescholtene 56-Jährige bekannte sich vollumfänglich schuldig, er stritt auch die Schadenshöhe nicht ab. Das Geld habe er wegen massiver finanzieller Probleme benötigt, sagte er vor dem Schöffensenat.
„Denn ich bin der Unternehmer“
Der Mann schien in der Zwischenzeit nicht untätig geblieben zu sein, denn auf Website bookmundo erschien plötzlich ein neues Buch – „Der Waschmaschinen-Coup“. Und wer genauer liest, der erkennt schnell, dass es sich um eben diesen ungewöhnlichen Betrugsfall handelt. „Wie dies möglich war, wer Mitwisser und Ermöglicher, wie Politik und Logen Brüder mitmischten, beschreibe ich in dem Buch, denn ich bin der Unternehmer“, heißt es in der Synopsis. „Ich war der Unternehmer, der lieferte, was erwartet wurde — auch wenn nichts geliefert wurde“, wird weiters geschrieben. Doch das Buch verspricht scheinbar nicht nur genaue Details, es geht auch um Gier und das Einverständnis, „darum habe ich alles niedergeschrieben.“