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/ © Uros Zavodnik
Eine Bildmontage auf 5min.at zeigt die Spritpreise in Slowenien sowie die Zapfsäule mit dem ausverkauften Diesel.
Der Preis soll ab morgen auch in Slowenien nach oben gehen.

Tanken in Slowenien wird teurer: Lohnt sich die Sprudel-Reise dann noch?

Viele Kärntner fahren derzeit über die Grenze, um beim Diesel bis zu 40 Cent pro Liter zu sparen. Doch mit Fahrstrecke, Verschleiß und Zeit relativiert sich der Preisvorteil oft. Ebenso soll der Preis erheblich steigen.

von Nico Deutscher Das Bild zeigt das Profilbild von 5 Minuten-Redakteur Nico Deutscher.
3 Minuten Lesezeit(531 Wörter)

In den letzten Tagen zeigte sich an den slowenischen Tankstellen ein mittlerweile vertrautes Bild: Dutzende Fahrzeuge, vor allem aus Kärnten, standen Schlange, um Diesel und Benzin zu horten. Bei einer Tankstelle in Slowenien ging es so weit, dass nach nur wenigen Tagen 45.000 Liter Diesel verkauft waren – bei einem Preis von etwa 1,60 Euro pro Liter. Verständlich, wenn man bedenkt, dass der Dieselpreis in Kärnten zeitweise über 2 Euro pro Liter liegt. Doch die Frage bleibt: Lohnt sich das überhaupt? Spart man wirklich, oder wird es auf lange Sicht teurer?

Das Bild auf 5min.at zeigt eine Tankstelle.
©5 Minuten
Der Diesel an einer Kärntner Tankstelle durchbrach die „Zwei-Euro-Barriere“.

Verschleiß und Co. spielen mit

Der Preisvorteil liegt bei etwa 40 Cent pro Liter Diesel. Wer die Strecke von beispielsweise Villach zu den slowenischen Tankstellen in Betracht zieht, muss rund 40 bis 50 Kilometer für die Hin- und Rückfahrt einrechnen. Hinzu kommen die Verschleißkosten des Autos. Die Abnutzung für Reparatur- und Verschleißteile liegt im Schnitt bei 0,05 bis 0,10 Euro pro Kilometer, während der Wertverlust – vor allem bei neueren Autos – oft über 0,20 Euro pro Kilometer beträgt, wie „Finanzfluss“ erklärt. Die gesamten Kosten inklusive Sprit, Versicherung und Wartung liegen damit häufig zwischen 35 und über 60 Cent pro Kilometer.

Nachgefragt: Für wen lohnt es sich eigentlich?

Lohnt es sich also, über die Grenze zu fahren, wenn man nur auftankt? Wir haben beim ÖAMTC nachgefragt und Auskunft erhalten: „Nicht jedes Auto verbraucht gleich viel, eine allgemeine Zahl zu nennen ist also schwierig, ab wann es sich lohnt, weitere Wege zur Tankstelle zurückzulegen“, erklärt ÖAMTC-Experte Dominik Graf im Gespräch mit 5 Minuten. Ebenso verdeutlicht er, dass es eine Gefühlssache ist und man natürlich auch die Fahrtzeit mit einrechnen sollte: „Wenn man in Grenznähe wohnt oder dort unterwegs ist, kann man den Spritpreis auf jeden Fall mitnehmen, ob es sich lohnt, wenn man extra dafür eine Stunde unterwegs ist, würd ich eher verneinen.“

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Bilder wie aus 2022

Trotzdem ist es nicht das erste Mal, dass Österreicher nach Slowenien pilgern. Bereits im Jahr 2022 schoss der Spritpreis im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts in die Höhe. Im Juli 2022 kostete der Liter Benzin zwischen 2 Euro und 2,10 Euro – nur kurz über der Grenze lag der Durchschnittspreis bei 1,649 Euro. Auslöser dafür war, dass Benzin in Slowenien etwa 12 Cent pro Liter über Nacht günstiger wurde. Ein 5-Minuten-Leser, der bereits 2022 über der Grenze tankte, erklärte: „Natürlich muss man den Tag dann auch vor Ort nutzen, wenn es nur um die paar Euro ginge, wäre ich nicht eine Stunde extra tanken gefahren, sonst lohnt sich das nicht, ich habe auch meinen Wocheneinkauf erledigt.“

Eine Bildmontage auf 5min.at zeigt die lange Warteschlange vor einer slowenischen Tankstelle.
©Montage: klagenfurt_elite
Dutzende Kärntner pilgerten für billigen Sprudel ins Nachbarland Slowenien.

Günstiges tanken neigt sich dem Ende

Doch wie lange kann man in Slowenien noch günstig tanken? Die Spritpreise ändern sich dort in der Regel alle 14 Tage, immer am Dienstag, wenn man es der Statistik von „fuelo“ entnimmt. Der Schnitttag wäre somit morgen, am 10. März. „Ab morgen ist dann wieder mit einer Preissteigerung zu rechnen, es könnte sein, dass es sich heute noch rentiert, wie es dann morgen ausschaut, muss man noch abwarten“, so Graf abschließend, welcher ebenso vermutet, dass der slowenische Preis weiterhin unter dem österreichischen Schnitt sein wird.

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