Konto plötzlich leer: Kärntner Schüler kaufte TikTok-Coins um 2.400 Euro
Es ist der absolute Albtraum für alle Eltern: Man blickt auf das Konto und plötzlich fehlen tausende Euro. Einem 13-jährigen Kärntner wurde die glitzernde Welt der Social-Media-Apps zum Verhängnis.
Mit einem Smartphone kaufte der Schüler „TikTok-Coins“ im Wert von unglaublichen 2.400 Euro. Kein Einzelfall, wie bei der heutigen AK-Konsumentenschutz-Bilanz bestätigt wurde. Der Vorfall zeigt drastisch, wie schnell Minderjährige in die Kostenfalle tappen können. In der App werden mit nur wenigen Klicks virtuelle Münzen gekauft, um Streamer zu unterstützen oder digitale Geschenke zu verteilen. Dass dahinter echtes Geld steckt – und zwar eine ganze Menge, wird oft erst klar, wenn die Abrechnung kommt.
Im digitalen Rausch das Geld verprasst
„Ein 13-Jähriger, der im digitalen Spielrausch 2.400 Euro für TikTok-Coins ausgibt“, ist nur einer der Härtefälle, die AK-Präsident Günther Goach bei der heutigen Bilanzpräsentation anführte. Es ist kein Einzelschicksal: Die digitale Welt wird für Kärntens Konsumenten immer gefährlicher. Allein im vergangenen Jahr konnte die AK insgesamt 822.000 Euro für Betroffene zurückholen – mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor.
AK fordert Konsequenzen an Schulen
Dass solche Fälle überhaupt passieren, liegt oft an mangelndem Wissen über die Gefahren im Netz. Für die AK-Spitze ist klar: Hier muss schon viel früher angesetzt werden. „Auch in der digitalen Welt ist die AK ein starker Schutzschirm für Konsumentinnen und Konsumenten. Dennoch zeigt sich, wie wichtig Prävention ist. Wer Betrugsmaschen kennt, kann sich besser davor schützen“, betont AK-Direktorin Susanne Kißlinger. Die Konsequenz aus dem TikTok-Drama und ähnlichen Fällen: Die AK fordert die Einführung eines eigenen Unterrichtsfachs „Verbraucherbildung“ an allen Schulen. Kißlinger stellt klar: „Deshalb sensibilisieren unsere Expertinnen und Experten Jugendliche im Rahmen von Vorträgen und Workshops an Schulen für diese Themen.“
Hilfe für alle: Egal ob Mitglied oder nicht
Die gute Nachricht für verzweifelte Eltern: Wer in eine solche Falle tappt, steht nicht alleine da. Die AK Kärnten bietet ihre Expertise im Konsumentenschutz jedem an. „Der Konsumentenschutz ist für alle da!“, unterstrich Goach bei der Pressekonferenz. Man muss kein Mitglied sein, um sich kostenlos beraten oder sogar vor Gericht vertreten zu lassen. Dass dieser Einsatz wirkt, zeigt die Erfolgsquote: Fast 66.000 Kärntner suchten 2025 Hilfe bei der Arbeiterkammer. Oft gelingt es den Experten, solche unüberlegten Käufe von Minderjährigen rückgängig zu machen oder Vergleiche mit den Plattform-Betreibern auszuhandeln.
Tipps für Eltern: So sichern Sie das Handy ab
Damit es gar nicht erst zum 2.400-Euro-Schock kommt, rät die AK zu einfachen Sicherheitsmaßnahmen:
- Passwortschutz: Käufe im App-Store sollten immer durch ein Passwort oder Biometrie (Fingerabdruck/Face-ID) gesichert sein.
- Drittanbietersperre: Diese kann direkt beim Mobilfunkanbieter aktiviert werden, um Zahlungen über die Handyrechnung zu verhindern.
- Aufklärung: Mit Kindern offen über den Wert von „digitalen Währungen“ sprechen.
Wer bereits in die Falle getappt ist, sollte keine Zeit verlieren und die Unterlagen per E-Mail an konsument@akktn.at senden oder eine der Bezirksstellen aufsuchen.