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Mehr als Strom: Warum dieses Kraftwerk Hüttenbergs Identität prägt
Michael Marketz (l.) mit Josef Ofner und Reinhard Draxler (r.).

Mehr als Strom: Warum dieses Kraftwerk Hüttenbergs Identität prägt

Hüttenberg blickt auf eine stolze industrielle Geschichte zurück. Einst beherbergte die Marktgemeinde das modernste Eisenverhüttungswerk Europas. Heute, 160 Jahre später, schlägt im Görtschitztal wieder ein technologisches Herz.

von Nico Deutscher Das Bild zeigt das Profilbild von 5 Minuten-Redakteur Nico Deutscher.
3 Minuten Lesezeit(546 Wörter)

Im Rahmen einer Pressekonferenz direkt in der Halle des Kraftwerks Hüttenberg wurde am heutigen Freitag das erneuerte Kraftwerk sowie das modernisierte Schaltwerk offiziell in Betrieb genommen. Die feierliche Eröffnung, die von der Sängerrunde der Kelag Villach musikalisch begleitet wurde, markiert den Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten an der Anlage. Insgesamt wurden 2,7 Millionen Euro in das Projekt investiert, das als langfristige Standortsicherung und Bekenntnis zur regionalen Identität fungiert.

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Für das Gebäude, seit 1980 im Besitz der Kelag, war es nun Zeit für eine radikale Verjüngungskur.

Wenn Geschichte auf Hightech trifft

Das Gebäude selbst atmet Geschichte. Einst von der Hüttenberger Bergwerksgesellschaft errichtet und im letzten Kriegsjahr 1918 in Betrieb genommen, war es über Jahrzehnte die „Herz-Lungen-Maschine“ der lokalen Industrie. Seit 1980 im Besitz der Kelag, war es nun Zeit für eine radikale Verjüngungskur. Das Krafthaus am Steirerbach wurde baulich kernsaniert und statisch für die kommenden Jahrzehnte ertüchtigt. Doch die wahre Veränderung spielt sich im Verborgenen ab. Im Kellergeschoss summt seit kurzem ein neuer Maschinensatz mit einer Leistung von 521 Kilowatt. Zusammen mit dem neu gebauten Unterwasserkanal hat diese Investition die Effizienz massiv gesteigert. „Wir konnten die Stromerzeugung dieses Kraftwerkes um 27 Prozent auf nunmehr 2,8 Millionen Kilowattstunden steigern“, erklärt Kelag-Vorstand Reinhard Draxler sichtlich stolz.

Ein Kraftakt heimischer Unternehmen

Besonders auffällig an diesem Projekt ist die Liste der beteiligten Firmen. Es geht um die Betriebe und einer damit verbundenen regionalen Wertschöpfung. Draxler betont, dass sämtliche Aufträge an heimische Unternehmen vergeben wurden, um die Wertschöpfung im Land zu halten. Die Herausforderung war dabei nicht ohne: „Es galt, einen Neubau in einem Bestandsgebäude zu errichten“, schildert Bernhard Krause, Geschäftsführer der Guttaringer Firma K-Bau, die Baumeisterarbeiten. Während die Francisturbine aus Feldkirchen von der Firma EFG geliefert wurde, sorgten Spezialisten aus Obervellach für die Sanierung der langen Druckrohrleitung, in die ein moderner Inliner eingezogen wurde.

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Das Kraftwerk am Steirerbach mag über 100 Jahre alt sein, aber sein Schlag ist heute kräftiger und moderner als je zuvor.

Sicherheit per Knopfdruck

Direkt neben den dröhnenden Maschinen befindet sich das digitale Gehirn des Standorts: das Schaltwerk der Kärnten Netz. Hier ist das Zeitalter der Fernsteuerung endgültig angebrochen. Michael Marketz, Geschäftsführer der Kärnten Netz, blickt zufrieden auf die neuen Anlagen: „Wir können das Schaltwerk nun fernüberwachen und fernsteuern. Im Fall von Störungen können wir jetzt aus der Ferne umschalten und betroffene Kunden rascher wieder versorgen“. Zusammen mit der Modernisierung der benachbarten Trafostation investiert die Kärnten Netz rund 500.000 Euro in Hüttenberg.

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Das Kraftwerk wurde auch von innen begutachtet.

Ein „Tag der Freude“ für das Tal

Josef Ofner, Bürgermeister der Marktgemeinde Hüttenberg sowie Abgeordneter zum Kärntner Landtag und stellvertretender Klubobmann der FPÖ sieht in der Anlage ein Stück Hüttenberger Identität, das nun in neuem Glanz erstrahlt. „Vor 160 Jahren hatte Hüttenberg das modernste Eisenverhüttungswerk in Europa. Und heute kommt hier wieder innovative Technik zum Einsatz“, schlägt Ofner den Bogen zur stolzen Vergangenheit. Die Investition ist für ihn ein klares Signal für die Region. Es stärke die Wertschöpfung vor Ort und zeige die Kompetenz heimischer Betriebe. Als die Sängerrunde ihr letztes Lied anstimmt, wird klar: Das Kraftwerk am Steirerbach mag über 100 Jahre alt sein, aber sein Schlag ist heute kräftiger und moderner als je zuvor. Es ist, wie Ofner es zusammenfasst, schlicht ein „Tag der Freude“ für die gesamte Marktgemeinde.

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Die feierliche Eröffnung, die von der Sängerrunde der Kelag Villach musikalisch begleitet wurde, markiert den Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten.

Fakten zum modernisierten Kraftwerk Hüttenberg

Das im Jahr 1918 in Betrieb genommene und 1980 von der Kelag erworbene Kraftwerk am Steirerbach wurde nach einer umfassenden Kernsanierung und statischen Ertüchtigung offiziell neu eröffnet. Mit einer Investitionssumme von insgesamt 2,7 Millionen Euro durch die Kelag und die Kärnten Netz wurde die Anlage auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Durch den Einbau eines neuen Maschinensatzes mit einer Leistung von 521 Kilowatt sowie den Neubau des Unterwasserkanals konnte die Effizienz der Stromerzeugung um 27 % gesteigert werden, was einer Jahresleistung von nunmehr 2,8 Millionen Kilowattstunden entspricht. Ein technisches Highlight der Sanierung war die Erneuerung der 1,2 Kilometer langen Druckrohrleitung mittels eines modernen GFK-Inliners. Parallel dazu investierte die Kärnten Netz rund 500.000 Euro in ein vollautomatisiertes Schaltwerk, das nun komplett von Klagenfurt aus fernüberwacht und gesteuert werden kann. Sämtliche Aufträge wurden dabei an heimische Unternehmen vergeben, um die regionale Wertschöpfung in Kärnten zu stärken.

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