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Ein Bild auf 5min.at zeigt Bürgermeister Josef Ofner vor einem grünen Hintergrund.
Bei der Eröffnung des modernisierten Kraftwerks am Steirerbach blickte Bürgermeister Josef Ofner auf die dramatischen Stunden zurück.

Ofners 48-Stunden-Forderung: Mobilfunkmasten müssen krisenfest werden

Das Jahr 2022 markierte für Hüttenberg einen schweren Einschnitt. Ein heftiges Unwetter riss die Gemeinde in die totale Isolation - ohne Strom, ohne Zufahrtswege und ohne Kontakt zur Außenwelt.

von Online Redaktion Logo 5 Minuten
3 Minuten Lesezeit(620 Wörter)
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Bei der heutigen Eröffnung des modernisierten Kraftwerks am Steirerbach blickte Bürgermeister Josef Ofner (FPÖ) auf die dramatischen Stunden zurück, in denen selbst die Feuerwehr um ihr Durchkommen kämpfen musste. Wenn er über den Sommer 2022 spricht, werden die Bilder einer beispiellosen Katastrophe wach. Innerhalb von nur zehn Minuten verwandelten orkanartige Sturmböen das Görtschitztal in ein Trümmerfeld. Ganze Waldflächen wurden vernichtet, umstürzende Bäume legten das gesamte Stromnetz lahm und blockierten die Straßen im Gemeindegebiet.

Die totale Isolation: „Sogar die Feuerwehr war gefangen“

Die Wucht des Sturms war so groß, dass selbst die Retter zunächst machtlos waren. „Die Straßen waren verlegt, es war im Prinzip auch so, dass viele Feuerwehrleute, die im Einsatz waren, sich erst freischneiden mussten, um überhaupt zum Rüsthaus zu kommen“, erinnert sich Ofner heute anlässlich einer Pressekonferenz an den Beginn des Chaos. Da alle Zufahrtswege blockiert waren, wurde die Gemeinde binnen Minuten von der Außenwelt abgeschnitten. Besonders beklemmend war das plötzliche Schweigen der Technik. „Wir haben wirklich Funkstille gehabt. Es ist nach zwei Stunden kein Handy mehr gegangen“, schildert Ofner. Während Pioniere des Bundesheeres aus Villach mit Motorsägen anrückten, um den Monteuren der Kärnten Netz mühsam Wege zu den Störstellen freizuschneiden, herrschte im Tal kommunikative Leere.

Hier das Video von Ofner im Zuge der Katastrophe

Ofners klare Forderung an Mobilfunkriesen

Diese Erfahrung hat bei Ofner, der auch als Abgeordneter zum Kärntner Landtag und stellvertretender Klubobmann der FPÖ aktiv ist, zu einer deutlichen politischen Forderung geführt. Er kritisiert, dass die Krisenfestigkeit der Kommunikationsträger nicht mit der der Energieversorger schritthalten könne. Es dürfe nicht sein, dass die Erreichbarkeit wie damals in Hüttenberg nach nur zwei Stunden zusammenbreche. Ofner fordert, dass Mobilfunkbetreiber gesetzlich verpflichtet werden, ihre Anlagen so mit Akkus auszustatten, dass ein Betrieb von mindestens 48 Stunden ohne externe Stromzufuhr möglich ist.

Lob für die Zusammenarbeit mit Kelag und Kärnten Netz

Im krassen Gegensatz zur Kritik an den Mobilfunkern steht Ofners Lob für die Energiepartner. Er bedankte sich ausdrücklich für die „ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Kärnten Netz, insbesondere beim letzten großen Unwetter im Jahr 2022“. Dass die Stromversorgung damals trotz massiver Schäden innerhalb von vier Tagen wiederhergestellt wurde, sei eine großartige Leistung der Monteure, der Feuerwehren und des Bundesheeres gewesen.

Die technologische Antwort am Steirerbach

Die heutige feierliche Inbetriebnahme des Kraftwerks und des Schaltwerks ist die direkte Antwort auf diese Krisenerfahrung. Insgesamt 2,7 Millionen Euro investierten die Kelag und die Kärnten Netz in den Standort. Davon flossen rund 500.000 Euro allein in die Modernisierung der Netz-Infrastruktur, um Hüttenberg krisenfest zu machen. Durch die neue Vollautomatisierung kann das Schaltwerk nun ferngesteuert aus Klagenfurt bedient werden. Im Falle einer Störung kann das betroffene Gebiet nun digital eingegrenzt und umgeschaltet werden – ein entscheidender Sicherheitsfaktor für das Tal.

Ein Bild auf 5min.at zeigt drei Männer, einer von ihnen zeigt auf einen Schaltkasten.
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Am Foto: KNG-Geschäftsführer Michael Marketz, Bürgermeister Josef Ofner und Kelag-Vorstand Reinhard Draxler (v.l.)

„Moderne Technik in altem Erbe“

Für Josef Ofner schließt sich mit der Inbetriebnahme ein Kreis zur stolzen Geschichte des Tals. „Vor 160 Jahren hatte Hüttenberg das modernste Eisenverhüttungswerk in Europa. Und heute haben wir uns erzählen lassen, dass wir modernste Technik wiederum eingebaut haben“, so der Bürgermeister. Das über 100 Jahre alte Kraftwerk, das er einst als „Herz-Lungen-Maschine“ der regionalen Industrie bezeichnete, fungiert nun als moderner und verlässlicher Anker für die Stromversorgung der kommenden Generationen. Durch die Kombination aus historischer Substanz und digitaler Innovation ist die Anlage am Steirerbach heute besser denn je dafür gerüstet, das Tal sicher durch künftige Herausforderungen zu führen. Es ist, wie Ofner es abschließend zusammenfasst, schlicht ein „Tag der Freude“ für die gesamte Marktgemeinde.

Mobilfunk in Österreich: Die Fakten zum „Blackout“

In Österreich ist die Krisenfestigkeit des Mobilfunks derzeit ein intensiv diskutiertes Thema. Die aktuellen Rahmenbedingungen zeigen, wie schnell die Kommunikation im Ernstfall an ihre Grenzen stößt:

  • Durchschnittliche Laufzeit: Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) geht davon aus, dass das Mobilfunknetz bei einem flächendeckenden Stromausfall im Schnitt nur etwa 30 Minuten stabil funktioniert.
  • Keine gesetzliche Pflicht: Aktuell gibt es für private Mobilfunkanbieter in Österreich laut RTR keine flächendeckende gesetzliche Verpflichtung, jeden einzelnen Sendemasten für 72 Stunden autark zu halten. Nur strategisch wichtige Kernknoten sind länger abgesichert.
  • Warnsystem AT-Alert: Das nationale Warnsystem kann Notfallmeldungen nur dann erfolgreich auf Ihr Handy senden, wenn der jeweilige Sendemast zum Zeitpunkt der Ausstrahlung noch über Strom verfügt.
  • Extreme Überlastung: In den ersten Minuten eines Blackouts bricht das Netz in Österreich oft schon vor dem Ende der Akkukapazität zusammen, da durch den gleichzeitigen Ausfall von WLAN und Festnetz eine massive Überlastung der Funkzellen eintritt.
  • Was das bedeutet: Verlassen Sie sich bei einem Stromausfall nicht auf Ihr Smartphone als dauerhaftes Kommunikationsmittel. Priorisiert wird meist nur die reine Telefonie für Notrufe (112), während mobiles Internet oft als Erstes abgeschaltet wird.

*Blackout Zusammenfassung erstellt mit KI

 

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 17.04.2026 um 20:48 Uhr aktualisiert
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