Tote Fische im Lavanttal: Mysteriöser Kanister im Fokus der Ermittlungen
Nach toten Fischen und Fröschen im Lavanttaler Weißenbach stand schnell ein Chemieunfall im Raum. Doch die neuesten Erkenntnisse der Polizei zeichnen ein ganz anderes, überraschendes Bild.
Im Lavanttal kam es Anfang März wie berichtet zu einer technischen Störung bei der Firma Mondi – mit bösen Folgen für die Fische in der Lavant. „Je nach Abschnitt sind bis zu 99 % des Fischbestands verendet“, erklärte damals der Verein Raubaum. Nur kurze Zeit später sorgten erneut tote Fische für Aufregung im Lavanttal: Im Weißenbach, einem Zufluss der Lavant, der durch St. Margarethen fließt, wurden am 19. März ebenfalls verendete Fische und Frösche entdeckt.
Starke Verätzungen
Wie Silvia Kostmann von der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg (Wasserrecht) kurz nach dem Vorfall erklärte, wiesen die Fische starke Verätzungen an den Kiemen auf. Zunächst wurde von der Einleitung einer chemischen Substanz in den Bach ausgegangen. Die Polizei ermittelte, wie genau es zu dem traurigen Ende der Tiere kommen konnte. Ein Zusammenhang mit dem Mondi-Vorfall wurde recht rasch ausgeschlossen. Am 4. Mai gab die Landespolizeidirektion auf Anfrage von 5 Minuten nun erste Ermittlungsergebnisse bekannt.
Ausgewaschener Kanister als „Übeltäter“?
Als wahrscheinlichsten „Übeltäter“ forschten die Polizisten einen Kanister aus, der auf einem Waschplatz ausgewaschen worden war. In diesem Kanister wurden nicht etwas chemische Substanzen gefunden, sondern Nussschalen und Blätter, wie die Polizei gegenüber 5 Minuten erklärte. „Die aktuelle Vermutung ist, dass sich durch diese Reste Algen gebildet haben und es dadurch zu einer Änderung des PH-Werts im Bach gekommen ist“, erläutert ein Pressesprecher der Landespolizeidirektion die Ermittlungsergebnisse genauer. Diese Änderungen könnten für das Fischsterben verantwortlich sein.
Anzeige noch nicht fix
Weitere Indizien habe man nämlich nicht gefunden, das heißt es gibt aktuell keine Hinweise, dass etwas anderes in den Weißenbach gelangt sein könnte, was das Fischsterben ausgelöst haben könnte. Wer den Kanister ausgewaschen hat, ist den Behörden bekannt. Die Person wird nun fürs Erste als Beschuldigter geführt, doch ob sie nun mit einer Anzeige rechnen muss, ist noch nicht klar: „Das entscheidet das Gericht“, heißt es dazu seitens der Polizei. Die Ermittlungsergebnisse werden nun an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt weitergeleitet, die mithilfe gerichtlicher Sachverständiger über das weitere Vorgehen entscheidet.