Kärntner Kirchen werden zu „Kriegskulisse“ – mit Drohnen und Co.
Drohnen in der Kirche, eindringliche Klänge und bewegende Texte: Ein außergewöhnliches Kulturprojekt macht Krieg in Kärnten auf beklemmende Weise spürbar – und setzt gleichzeitig ein starkes Zeichen für den Frieden.
Ein außergewöhnliches Kulturprojekt sorgt am kommenden Wochenende in Kärnten für Aufmerksamkeit: Die Kunst- & Kultur-Initiative Völkermarkt bringt mit der Konzertreihe „Missa Contra Bellum“ gleich drei interdisziplinäre Aufführungen auf die Bühne – oder besser gesagt: in die Kirchenräume. Unter dem Motto „Kunst statt Krieg“ wird dabei ein eindringliches Zeichen für Frieden gesetzt.
Gesamterlebnis aus Musik, Literatur und bildender Kunst
Die Konzerte finden in den Stadtpfarrkirchen von Klagenfurt, Völkermarkt und St. Andrä statt. Im Zentrum steht die berühmte „Paukenmesse“ von Joseph Haydn – ein Werk aus dem Jahr 1796, das in einer Zeit politischer Unsicherheit und kriegerischer Bedrohung entstanden ist. Doch die Veranstalter gehen bewusst einen Schritt weiter: Musik wird hier mit Literatur und bildender Kunst kombiniert, um ein intensives Gesamterlebnis zu schaffen.
Konzert-Termine:
- Freitag, 8. Mai 2026 um 18.30 Uhr – Klagenfurt am Wörthersee, Stadtpfarrkirche St. Egid
- Samstag, 9. Mai 2026 um 18.30 Uhr – Völkermarkt, Stadtpfarrkirche St. Magdalena
- Sonntag, 10. Mai 2026 (Muttertag) um 18.30 Uhr – St. Andrä im Lavanttal, Basilika Maria Loreto
Bedrohung wird erfahrbar gemacht
Die Kirchen werden für die Aufführungen zu immersiven Bühnen umgestaltet. Ziel ist es, das Thema Krieg nicht nur hörbar, sondern auch spürbar zu machen. „Moderne
Bedrohungsszenarien – etwa das Gefühl, Drohnenangriffen ausgeliefert zu sein – werden
künstlerisch in den drei Kirchen umgesetzt und schaffen für das Publikum eine unmittelbare
Erfahrbarkeit“, erklären die Veranstalter. Dieses immersive Erleben wird unter anderem durch Lautsprecher und drei Drohnen-Piloten, die Spezialeffekte erzeugen, geschaffen.
Literarische Stimmen gegen Gewalt
Neben der Musik spielen auch Texte eine zentrale Rolle. Schauspielerin Julia Cencig liest Werke der bedeutenden Autorinnen Bertha von Suttner, Ingeborg Bachmann und Swetlana Alexijewitsch. Der Journalist Eugen Freund bringt mit seinen eigenen Texten aktuelle Perspektiven ein. Musikalisch umgesetzt wird das Projekt vom „Collegium Musicum St. Magdalena“ gemeinsam mit dem Chor „Vocale St. Magdalena“ unter der Leitung von Dirigent Franz Josef Isak.
Bildende Kunst als Erweiterung
Begleitend zur Musik verwandeln zwei Künstlerinnen aus Völkermarkt den Raum zusätzlich in eine emotionale Erlebniswelt: einerseits Renate Pirker mit Skulpturen über Verletzlichkeit, andererseits Gudrun Zikulnig mit Installationen zu Angst und Hoffnung. „Ihre Arbeiten erweitern den Konzertsaal bzw. Kirchenraum zu einem begehbaren dreidimensionalen Erfahrungsraum“, schildern die Veranstalter.
„Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“
Im Zentrum steht die Botschaft: „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht.“ Damit greift das Projekt zentrale Gedanken aus der Literatur auf und lenkt den Blick auf jene, die besonders unter den Folgen von Konflikten leiden. Denn wie es seitens der KuKiV heißt: „Frauen sind selten die Verursacher von Kriegen, aber fast immer von deren Folgen betroffen.“
Der Krieg hat vielleicht kein weibliches Gesicht, aber der Krieg hat ein omnipräsentes Gesicht. Wir wollen ein Zeichen setzen gegen diese Normalisierung. Ein Zeichen setzen für den Frieden.“
Schauspielerin Julia Cencig
Social-Media-Challenge #KunstStattKrieg
Parallel zur Konzertreihe läuft seit 20. April die Social-Media-Challenge #KunstStattKrieg, bei der Menschen kurze Videobotschaften für den Frieden teilen können. Neben Persönlichkeiten aus dem Kultur- und Medienbereich wie Schauspielerin Julia Cencig, Journalist Eugen Freund, Sängerin Johanna Kräuter und Künstlerin Renate Pirker nahm mittlerweile auch der Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt, Josef Marketz, an der Challenge teil. Er lädt in seinem Video übrigens alle Kärntner Schülerinnen und Schüler unter 16 Jahren kostenlose zum Konzert ein. Die Diözese Gurk übernimmt den Ticketpreis.
So kannst du bei der Social-Media-Challenge mitmachen:
Mitmachen kann jeder: Einfach auf Instagram und Facebook unter dem Hashtag #KunstStattKriegein kurzes Video teilen, in dem deutlich wird, dass man sich für Kunst statt Krieg einsetzt. Auch andere Nutzerinnen und Nutzer können gern nominiert werden.