Spuren von „Ewigkeitschemikalien“ im Kärntner Trinkwasser nachgewiesen
Untersuchungen zeigen Rückstände von Ewigkeitschemikalien im Kärntner Leitungsnetz. Aktuell besteht laut Umweltmedizinern keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung.
Die Diskussion um PFAS-Rückstände erreicht nun auch die lokale Wasserversorgung in Kärnten. Aktuelle Untersuchungen der Umweltschutzorganisation Global 2000, die über einen Zeitraum von fast zwei Jahren durchgeführt wurden, bestätigen das Vorhandensein von Trifluoracetat (TFA) in vier Kärntner Versorgungsanlagen. TFA gehört zur Gruppe der sogenannten Ewigkeitschemikalien, die sich in der Natur praktisch nicht zersetzen und vorwiegend durch den Einsatz bestimmter Pestizide in den Wasserkreislauf gelangen.
Nicht nur Kärnten betroffen
Obwohl die gemessenen Konzentrationen in Kärnten – mit Ausnahme des Stadtgebiets von Klagenfurt – im österreichweiten Vergleich derzeit noch gering ausfallen, mahnen Experten zur Wachsamkeit. Besonders in intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen, etwa in der Steiermark, liegen die Werte bereits deutlich höher. Das Problem liegt in der Beschaffenheit des Stoffes: TFA ist extrem mobil, verbreitet sich rasch im gesamten Wasserkreislauf und wird über das Grundwasser sogar von Pflanzen aufgenommen.
Folgen auf lange Sicht
Aktuell besteht laut Umweltmedizinern keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Die Sorge gilt jedoch der langfristigen Entwicklung. Da die Chemikalie dauerhaft in der Umwelt verbleibt, steigen die Werte auch hierzulande stetig an. Mediziner warnen davor, dass eine dauerhafte Anreicherung im Körper auf lange Sicht das Immunsystem, die Schilddrüsenhormone oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass es technisch bislang kaum möglich ist, TFA mit herkömmlichen Methoden wieder aus dem Trinkwasser zu filtern.