50 Jahre Friaul-Beben: Sonderausstellung würdigt grenzenlose Solidarität
50 Jahre nach der verheerenden Erdbebenkatastrophe in Friaul erinnert eine Sonderausstellung im Geoparkzentrum Dellach an die Ereignisse von 1976.
Anlässlich des 50. Jahrestages der Erdbebenkatastrophe in Friaul eröffnete Landeshauptmann Daniel Fellner im Geoparkzentrum Karnische Alpen in Dellach/Gail eine Sonderausstellung. Das Ereignis vom 6. Mai 1976, das rund 1.000 Todesopfer forderte und 100.000 Menschen obdachlos machte, markierte einen Wendepunkt in der regionalen Zusammenarbeit. Was als Katastrophenhilfe unter schwierigen Vorzeichen begann, entwickelte sich zu einer tiefgreifenden, grenzüberschreitenden Partnerschaft zwischen Kärnten und Italien.
Logistische Mammutaufgabe
„Der Katastrophenhilfseinsatz ist quasi die Königsklasse für Einsatzkräfte, weil man überwältigt ist von Leid, auf das man trifft. Das sind Bilder, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Man nennt oft Opferzahlen, spricht von 1.000 Opfern, aber das sind 1.000mal der Bruder, die Schwester, die Tochter, der Sohn, die Oma, der Opa“, betonte Fellner während der Gedenkfeier. Er hob hervor, dass die Hilfeleistungen unmittelbar nach dem Beben ein entscheidender Faktor für die Versöhnung der einst verfeindeten Nachbarn waren: „Um vom Feind zum Nachbarn zu werden, sind viele Puzzleteile nötig, die ineinandergreifen müssen. Unsere Bereitschaft, schon am nächsten Tag an Ort und Stelle zu sein, um zu helfen, war eines dieser Puzzleteile.“ Die logistische Mammutaufgabe umfasste den ersten großen Auslandseinsatz des Bundesheeres sowie unzählige freiwillige Initiativen, vom Kärntner Bäcker bis zur Feuerwehr. Diese historische Welle der Menschlichkeit bildet heute das Fundament für eine institutionalisierte Kooperation.
Katastrophe bleibt eine bleibende Lehre
Die Sonderausstellung im Rahmen des Interreg-Projekts „GeoRisk“ verbindet das Gedenken mit moderner Prävention. Neben historischen Rückblicken und einer Lesung von Esther Kinsky steht die Bewertung von Naturgefahren im Fokus, um die Region nachhaltig auf künftige Ernstfälle vorzubereiten. Für Fellner bleibt die Katastrophe eine bleibende Lehre für die Gegenwart: „Wiederaufbau, gegenseitige Hilfe, Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen, Zusammenhalt leben – das lehrt uns die damalige Katastrophe eindringlich.“