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/ ©Fotomontage Canva
Das Bild auf 5min.at zeigt eine Straße und Kerzen.
Auf Kärntens Freilandstraßen kamen im Vorjahr 23 Menschen ums Leben.

23 Tote auf Kärntens Freilandstraßen: Tempo 80 als Lösung?

Freilandstraßen bleiben Kärntens gefährlichstes Pflaster: Laut einer aktuellen Analyse der Mobilitätsorganisation VCÖ verloren dort im Vorjahr 23 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben.

von Gerrit Tscheru Das Bild auf 5min.at zeigt Gerrit Tscheru.
2 Minuten Lesezeit(381 Wörter)
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23 Menschen starben im Vorjahr bei Verkehrsunfällen auf Freilandstraßen in Kärnten, wie eine aktuelle Analyse des VCÖ zeigt. Damit ereigneten sich zwei Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle außerhalb des Ortsgebiets. Besonders betroffen waren Motorradfahrer und Pkw-Insassen. Gemeinsam machten sie laut VCÖ mehr als 80 Prozent der Todesopfer auf Freilandstraßen aus. Auffällig ist außerdem der starke Unterschied zwischen Männern und Frauen: Fast siebenmal so viele Männer wie Frauen kamen auf Kärntens Freilandstraßen ums Leben.

„Freilandstraßen sind die gefährlichsten Straßen“

„Freilandstraßen sind die gefährlichsten Straßen. Das zeigt sich auch in der Unfallstatistik sehr deutlich“, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Besonders risikobehaftet sei die Kombination aus hohen Geschwindigkeiten und Gegenverkehr. Der VCÖ fordert deshalb ein umfassendes Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit. Im Mittelpunkt stehen dabei eine Reduktion des Tempolimits von derzeit 100 auf 80 km/h, verstärkte Tempokontrollen sowie der Rückbau sogenannter „Raserstrecken“.

Verkehrstote in Kärnten 2025:

  • Pkw: 8 Todesopfer (35 Prozent)
  • Motorrad: 11 Todesopfer (48 Prozent)
  • Traktor: 2 Todesopfer (9 Prozent)
  • Fahrrad: 1 Todesopfer (4 Prozent)
  • Fußgänger: 1 Todesopfer (4 Prozent)

Quelle: BMI, VCÖ 2026

Tempo 80 als Lösung?

Die Organisation verweist dabei auch auf internationale Vergleiche. Während in Österreich im Jahr 2023 rund 30 Menschen pro Million Einwohner auf Freilandstraßen tödlich verunglückten, lag dieser Wert in der Schweiz bei 14 und in den Niederlanden bei 15. In Ländern wie der Schweiz gilt auf vielen Freilandstraßen bereits Tempo 80. „Mit einer Herabsetzung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 80 km/h kann die Zahl der schweren Verkehrsunfälle deutlich reduziert und Menschenleben gerettet werden“, betont Schenk. Der Unterschied beim Bremsweg sei enorm: Ein Auto, das bei Tempo 80 bereits steht, habe bei Tempo 100 nach derselben Strecke noch rund 71 km/h Restgeschwindigkeit.

Auch Fußgänger und Radfahrer im Fokus

Neben Temporeduktionen fordert der VCÖ auch Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer. In den vergangenen drei Jahren kamen laut Analyse in Kärnten acht Menschen auf Freilandstraßen ums Leben, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder E-Bike unterwegs waren. Deshalb spricht sich der VCÖ verstärkt für baulich getrennte Geh- und Radwege entlang von Freilandstraßen aus. „Nach wie vor gibt es zahlreiche Siedlungen, die mit dem nahegelegenen Ortsgebiet nur über eine Freilandstraße verbunden sind“, erklärt Schenk. Sichere Geh- und Radwege seien dort die wirksamste Maßnahme, um schwere Unfälle zu verhindern.

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