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/ ©Bernd Saße/Pixabay
Das Bild auf 5min.at zeigt ein Schaf.
Ein Schaf wurde am Pfingstsonntag im Lesachtal gerissen, vier weitere sind nach wie vor verschwunden.

Schock im Lesachtal: Schaf neben Hof gerissen, Herde verschwunden

Vor vier Jahren verlor der Lesachtaler Jakob Oberguggenberger 27 Schafe in nur einer Nacht. Jetzt sorgt ein neuer Vorfall für Entsetzen: Wieder wurde eines seiner Tiere gerissen, diesmal in unmittelbarer Nähe seines Hofs.

von Gerrit Tscheru Das Bild auf 5min.at zeigt Gerrit Tscheru.
3 Minuten Lesezeit(730 Wörter)
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Als Schafzüchter Jakob Oberguggenberger am Pfingstsonntag in der Früh wie jeden Tag nach seinen Schafen sehen wollte, ahnte er noch nicht, dass ihm eine böse Überraschung bevorsteht. Wenige Minuten später weckte er seine Frau und seine Kinder zu einer großen Suchaktion. Denn von seiner Herde fehlte plötzlich jede Spur. Mit 5 Minuten hat der Schafzüchter über das schlimme Erlebnis gesprochen.

Gerissenes Schaf in der Nähe des Hofs gefunden

„Ich habe Schafe auf der Heimweide in unmittelbarer Nähe vom Stall eingezäunt gehabt. Dort führt auch die Bundesstraße, die B111, durch“, beginnt der Lesachtaler gegenüber 5 Minuten zu erzählen. Was er an diesem Morgen vorfand, beschreibt er als „böses Erwachen“, denn: „Nur mehr drei Schafe waren da, die restlichen waren weg.“ Nach dem ersten Schreck handelte der Bauer sofort und informierte seine Familie, um gemeinsam nach den Tieren zu suchen. Kurz darauf folgte der nächste Schock, als die Familie nicht weit entfernt ein lebloses Tier fand.„Gleich über die Bundesstraße drüber ist das tote Schaf gelegen“, schildert Oberguggenberger.

Vier Schafe verschwunden

Die Suche nach den übrigen Tieren dauerte, doch schließlich fand der Züchter den Großteil seiner Herde wieder. „Die anderen Schafe habe ich sieben Kilometer weiter gefunden und zurückgeholt“, erklärt er. Doch nicht alle Tiere sind wieder aufgetaucht, vier sind nach wie vor nicht auffindbar. Und den übrigen geht es nicht besonders gut. Oberguggenberger beschreibt ihren Zustand nach dem Vorfall wie folgt: „Die Schafe waren sehr aufgeschreckt. Bei jeder kleinen Bewegung, bei jedem Hindernis schrecken sie zurück – jetzt immer noch. Das dauert eine Weile, bis das wieder gut wird.“

„Rissbild schaut nach Wolf aus“

Am Tag des Vorfalls sei ein Wolfsbiologe gekommen und habe DNA-Proben genommen, derzeit wartet die Familie auf das Ergebnis. Ob tatsächlich ein Wolf für den Vorfall verantwortlich ist, ist derzeit also noch nicht restlos geklärt. Für Oberguggenberger spricht jedoch vieles dafür: „Das Rissbild schaut ganz nach einem Wolf aus, weil im Hals- und im Beckenbereich die Bissstellen waren.“

Schafe flüchteten zum Stall – doch vergeblich

Besonders beschäftigt den Lesachtaler auch, wie sich der Vorfall abgespielt haben muss. „Der Wolf hat sie zum Stall getrieben oder sie wollten zum Stall flüchten, weil sie da daheim sind. Da glaubt man, wenn die Schafe zu den Häusern kommen, sind sie sicher, aber er hat sie dort vorbeigetrieben.“

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27 tote Schafe, viele haben „tagelang gelitten“

Für Oberguggenberger ist es nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits 2022 verlor er auf einer Alm zahlreiche Tiere. „Der erste Wolf war für mich sehr, sehr schockierend“, schildert er seine Erinnerungen. Was damals geschah, verfolgt ihn nämlich bis heute. „27 Stück in einer Nacht, damals auf der Alm. Von dem, was der Wolf damals getötet hat, hat er nichts gefressen, nur totgebissen.“ Besonders schlimm sei das Leid vieler verletzter Tiere gewesen: „Von den 27 waren zuerst nur fünf tot, die anderen haben tagelang gelitten. Alle verletzt, großteils in den Hals gebissen.“ Die Bilder haben sich tief bei dem Schafbauern eingeprägt.

Teilweise hatte ich Schafe, da ist das Futter bei den Löchern beim Hals rausgekommen. Er beißt sie so, dass sie sind wie gelähmt. Die müssen elendig verhungern und werden durch Entzündungen schwer krank und man muss nachhelfen, sonst gehen sie elendig zugrunde. Es war sehr schlimm.“

„Ich weiß keine Möglichkeiten mehr“

Auf die Frage nach weiteren Schutzmaßnahmen wirkt der Schafzüchter ratlos. „Es ist schwierig. Was soll ich noch planen? Ich weiß keine Möglichkeiten mehr“, erklärt er offen im Gespräch mit 5 Minuten. Die vorgeschriebenen Zäune habe er bereits umgesetzt, doch: „Da springt er drüber. Ich kann keine zwei Meter hohen Gehegezäune machen.“

Wolf sorgt in Kärnten für Diskussionen

Die Rückkehr des Wolfs sorgt in Kärnten seit Jahren für intensive Diskussionen. Während Naturschutzorganisationen auf den Schutzstatus des streng geschützten Raubtiers und dessen Bedeutung für das Ökosystem verweisen, beklagen Landwirte und Almbauern zunehmend Risse von Nutztieren sowie die Belastungen durch Herdenschutzmaßnahmen. Besonders in den alpinen Regionen Kärntens kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Wolfsvorkommen und traditioneller Almwirtschaft. Erst vor Kurzem verlängerte das Land Kärnten die Risikowolfsverordnung auf drei Jahre.

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