Neustart gelungen: 80 Prozent der geflüchteten Personen finden Jobs
Das Kärntner Projekt „perspektiven.werk“ unterstützt geflüchtete Personen und Menschen mit Migrationshintergrund beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die Bilanz fällt positiv aus.
Ein geregelter Tagesablauf, ein sicheres Einkommen und soziale Kontakte: Das alles liefert Arbeit. Seit 2024 unterstützen Land Kärnten, SPAR und AMS das Caritas-Kärnten-Projekt „perspektiven.werk“, bei dem Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt begleitet werden. Heute, Montag, fanden Landeshauptmann Daniel Fellner sowie Projektvertreterinnen und -vertreter in der Klagenfurter SPAR-Filiale Mantschehofgasse zusammen und zogen Bilanz.
„Arbeit verstärkt Integration ganz wesentlich“
„Integration gelingt dann besonders gut, wenn Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund in unserer Gesellschaft Fuß fassen und einer geregelten Arbeit nachgehen können. Wenn diese Arbeit zudem sichtbar im Alltag der Bevölkerung stattfindet, steigt auch die Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft“, so Landeshauptmann Daniel Fellner im Pressegespräch. „Als Gesellschaft müssen wir dankbar sein für alle Menschen, die bereit sind, einen Beitrag zu leisten und damit auch etwas zurückzugeben.“
Verschiedene Bereiche
Fellner verwies auf den zunehmenden demografischen Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen am Arbeitsmarkt. In vielen Bereichen – ob in der Pflege, im Einzelhandel oder im Tourismus – seien Menschen mit Migrationshintergrund bereits heute oftmals unverzichtbar. Der Faktor Sprache sei dabei ein zentrales Element gelingender Integration. „Sprache ist der Schlüssel zu Teilhabe und damit zu echter gesellschaftlicher Integration – und Arbeit verstärkt diesen Prozess ganz wesentlich“, betonte Fellner.
Hohe Motivation der Teilnehmer
Caritas-Direktor Ernst Sandriesser dankte allen Projektpartnern für die Unterstützung. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer leisten in der Qualifizierung täglich Enormes. Sie organisieren ihre Familie, nehmen lange Anfahrtswege in Kauf und arbeiten sich mit hoher Motivation in neue Aufgabenfelder ein“, sagte er. Gleichzeitig würden sie durch die Arbeit Anerkennung, Wertschätzung und das Gefühl erfahren, gebraucht zu werden.
Vorteil für Arbeitnehmer und Betriebe
Auch AMS-Chef Peter Wedenig sieht im Projekt einen wichtigen Beitrag gegen den zunehmenden Arbeitskräftemangel. Das „perspektiven.werk“ eröffne Menschen mit Migrationshintergrund neue Perspektiven am Kärntner Arbeitsmarkt und unterstütze gleichzeitig Betriebe bei der Personalsuche. Erfolgreiche Projekte würden auf einer engen Zusammenarbeit mit Unternehmen basieren, betonte Wedenig. Andreas Ender, Geschäftsführer von SPAR Kärnten/Osttirol, erklärte: „Als regionaler Arbeitgeber sucht SPAR laufend motivierte Fachkräfte. In Zusammenarbeit mit der Caritas werden Menschen mit Flucht- und/oder Migrationshintergrund praxisnah ausgebildet und oft anschließend übernommen.“ Vielfalt sei bei SPAR gelebte Realität.
80 Prozent fanden einen Vollzeitjob
Projektleiterin Sabine Schnitzer hob den hohen Vermittlungserfolg hervor. Durch praxisnahe Ausbildung, individuelle Begleitung, Qualifizierung und digitales Lernen werde eine zentrale Lücke geschlossen – zwischen Menschen, die arbeiten wollen, und Branchen, die dringend Personal suchen. „Der hohe Vermittlungserfolg von rund 80 Prozent belegt eindrucksvoll, dass dieser Ansatz nachhaltig wirkt“, so Schnitzer.
52 Personen nahmen bisher teil
Bisher nahmen 52 Personen an dem Projekt teil. Rund 80 Prozent fanden nach Abschluss eine Vollzeitbeschäftigung. Das Angebot richtet sich an Menschen mit Flucht- und/oder Migrationshintergrund sowie an Personen mit aufrechtem Aufenthaltstitel und Arbeitsmarktzugang in Österreich, etwa Ukrainerinnen und Ukrainer. Das Projekt wurde bislang mit 300.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Kärnten unterstützt.