Ursache steht fest: Sechs Gänsegeier in Kärnten qualvoll verendet
Ein Fall von möglicher Wildtierkriminalität beschäftigt aktuell den heimischen Vogelschutz. Nach dem Fund mehrerer verendeter Gänsegeier im Lesachtal und in Osttirol liegen nun die Laborergebnisse vor.
Der Fund von insgesamt sechs verendeten Gänsegeiern im Bereich von St. Lorenzen im Lesachtal hat in den vergangenen Wochen für erhebliches Aufsehen gesorgt. Ein weiterer gefundener Geier konnte gerettet werden. Das geschwächte Tier wurde in der Auffang- und Pflegestation der Burg Landskron (Villach) erfolgreich aufgepäppelt und inzwischen wieder in die Freiheit entlassen. Erste pathologische Untersuchungen deuteten bereits darauf hin, dass sich die Vögel vor ihrem Tod in einem guten gesundheitlichen Zustand befunden hatten. Nun bringen die Ergebnisse der toxikologischen Analysen traurige Gewissheit.
Analysen belegen illegales Nervengift
Wie die Organisation BirdLife bekanntgab, wurden die Befürchtungen eines illegalen Eingriffs vollends bestätigt. Fünf der sieben betroffenen Gänsegeier wurden bereits abschließend untersucht. Die spezialisierten Analysen der Veterinärmedizinischen Universität Wien sowie der Ludwig-Maximilians-Universität München ergaben ein eindeutiges Bild: Alle Tiere starben an einer Vergiftung durch das Pestizid Carbofuran. Bezugnehmend auf das Ableben der Tiere ist von einem gezielten Giftanschlag auszugehen, wie BirdLife in einem Bericht des „ORF“ erklärt.
Illegal und absolut tödlich
Carbofuran ist ein extrem starkes Nervengift, das bereits in kleinsten Dosen für Tiere sowie Menschen absolut tödlich wirkt. Obwohl die Substanz in der Europäischen Union bereits seit dem Jahr 2008 als Pestizid strengstens verboten ist, wird sie immer wieder illegal für das Präparieren von Ködern verwendet.