Kunstrasen in Kärntner Kindergarten sorgt für Bienenstiche und Prüfung
Ein neuer Kunstrasen im Kindergarten Frauenstein sorgt für heftige Kritik. Nach acht Bienenstichen bei den Kindern prüft nun die Kinderombudsstelle des Landes die umstrittene 20.000-Euro-Maßnahme.
Im Kindergarten Kraig in der Kärntner Gemeinde Frauenstein sorgt eine bauliche Veränderung für heftige Diskussionen und ruft nun sogar die Behörden auf den Plan. Um der Verschmutzung im Innenbereich Herr zu werden, ließ die Gemeinde Anfang Mai den Naturrasen im Außenbereich großflächig durch eine rund 200 Quadratmeter große Kunstrasenfläche ersetzen. Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf 20.000 Euro – eine finanzielle Förderung durch das Land wurde allerdings abgelehnt. Wie die „Kleine Zeitung“ berichtet, reagierte die Gemeindeführung mit dieser Maßnahme auf den Zustand der Grünfläche. Frauensteins Bürgermeister Harald Jannach (Liste Jannach) rechtfertigte den Schritt wie folgt: „Die Kinder haben sich im Freien immer auf dem selben Fleck aufgehalten und daher hat teilweise die blanke Erde herausgeschaut“
Unerwartete Folgen für die Kinder
Die Umstellung auf den künstlichen Untergrund brachte jedoch schnell Probleme mit sich. Der Kunstrasen verströmt offenbar einen süßlichen Geruch, der massenhaft Bienen anlockt. Als die rund 80 Kindergartenkinder in der vergangenen Woche barfuß auf der Fläche spielten, kam es dadurch zu mehreren Zwischenfällen: Insgesamt acht Kinder wurden gestochen.
Kinderombudsstelle schaltet sich ein
Der Vorfall hat inzwischen Konsequenzen: Die Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes hat eine offizielle Untersuchung eingeleitet, um die Hintergründe und die Sicherheit der Anlage zu prüfen. Astrid Liebhauser von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Kärnten äußerte im Medienbericht deutliche Skepsis: „Grundsätzlich halte ich diese Maßnahme für bedenklich. Wir werden uns genau anschauen, ob das Kindeswohl vorrangig berücksichtigt wurde.“ Ob der Kunstrasen nach der Prüfung durch die Kinderombudsstelle bleiben darf oder wieder weichen muss, ist bislang noch unklar.