In diesem Kärntner Bezirk gab es letztes Jahr „null Verkehrstote“
In Kärnten gab es im vergangenen Jahr mehrere Verkehrstote - doch ein Bezirk bleibt davon ausgenommen, wie eine Analyse der Mobilitätsorganisation VCÖ zeigt.
Die meisten Verkehrstoten waren in Kärnten im Bezirk Spittal an der Drau mit neun Todesopfern zu beklagen. Insgesamt kamen in Kärnten im Vorjahr 35 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, 545 Menschen wurden schwer verletzt. Wichtig seien verstärkte unfallvermeidende Maßnahmen, so vonseiten der Mobilitätsorganisation.
2025: Keine Verkehrstoten in Hermagor
Außerhalb von Wien gab es im Vorjahr in Österreich nur drei Bezirke, die das Ziel „null Verkehrstote“ erreichten: Kärntens Bezirk Hermagor ist einer davon, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Insgesamt waren die Unterschiede bei der Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle zwischen Kärntens Bezirken groß. In den Bezirken St. Veit an der Glan und Feldkirchen kam jeweils ein Mensch im Straßenverkehr ums Leben, ebenso in der Landeshauptstadt Klagenfurt. Hingegen wurden im Bezirk Klagenfurt-Land sechs Menschen bei Verkehrsunfällen tödlich verletzt, im Bezirk Villach-Land sieben und im Bezirk Spittal an der Drau sogar neun.
Wirksame Maßnahmen laut VCÖ
Mit verstärkten Verkehrssicherheitsmaßnahmen sei die Zahl der schweren Unfälle weiter zu reduzieren. „Im Ortsgebiet ist es wichtig, den Verkehr so zu gestalten, dass die Schwächsten – Kinder und ältere Menschen – sicher unterwegs sein können“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Wirksame Maßnahmen dafür seien Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50, übersichtliche Kreuzungen und Straßenübergänge, ausreichend breite Gehwege.
Zwei Drittel der Verkehrstoten auf Freilandstraßen
Im Vorjahr passierten in Kärnten zwei Drittel der Verkehrstoten auf Freilandstraßen. Knapp mehr als 80 Prozent dieser Todesopfer waren Motorradfahrer und Pkw-Insassen. Mit einer Herabsetzung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 80 km/h und verstärkten Kontrollen könne die Zahl der schweren Verkehrsunfälle deutlich reduziert und Menschenleben gerettet werden. Ein Auto, der bei Tempo 80 einen Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg) von 47 Metern hat, hat mit Tempo 100 nach 47 Metern noch eine Geschwindigkeit von 71 km/h, verdeutlicht der VCÖ. Die von der Regierung geplante Erhöhung der Verkehrsstrafen, insbesondere für Raser, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Zudem solle das Überschreiten von Tempolimits um mehr als 30 km/h als Delikt ins Vormerksystem aufgenommen werden.
Handy am Steuer als zunehmendes Problem
Eine weitere Hauptunfallursache ist Ablenkung und Unachtsamkeit. Insbesondere Handy am Steuer sei ein zunehmendes Problem. Im Vorjahr hat Kärntens Exekutive 7.264 Handy-Delikte im Straßenverkehr geahndet, obwohl die Kontrolle von Handy am Steuer schwierig ist, teilt der VCÖ mit. Ein wirksames Instrument zur Unterstützung der Kontrollen sind sogenannte Handy-Blitzer, die beispielsweise im deutschen Rheinland-Pfalz erfolgreich im Einsatz sind. Der VCÖ unterstützt die erst kürzlich von Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Schnöll aufgestellte Forderung, dass in Österreich die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, um den Einsatz sogenannter Handy-Blitzer zu ermöglichen. Zudem soll Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen werden.
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Öffentliche Verkehrsverbindungen zur Prävention
Eine wirksame präventive Maßnahme zur Reduktion von Verkehrsunfällen seien öffentliche Verkehrsverbindungen. Der VCÖ schlägt vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen zweckgewidmet wird, um verstärkte Angebote wie Nachtbusse oder Anrufsammeltaxis am Wochenende zu finanzieren. Diese Angebote können vor allem schwere Unfälle von Jugendlichen und jungen Erwachsenen verhindern.
VCÖ-Analyse der Verkehrstoten in Bezirken im Jahr 2025
Bezirk Hermagor: Null Verkehrstote / 67 Verletzte, davon 17 schwer
Bezirk St. Veit an der Glan: 1 Verkehrstoter / 243 Verletzte, davon 47 schwer
Klagenfurt: 1 Verkehrstoter / 789 Verletzte, davon 59 schwer
Bezirk Feldkirchen: 1 Verkehrstoter / 187 Verletzte, davon 27 schwer
Villach: 2 Verkehrstote / 510 Verletzte, davon 79 schwer
Bezirk Völkermarkt: 4 Verkehrstote / 266 Verletzte, davon 43 schwer
Bezirk Wolfsberg: 4 Verkehrstote / 254 Verletzte, davon 46 schwer
Bezirk Klagenfurt-Land: 6 Verkehrstote / 366 Verletzte, davon 68 schwer
Bezirk Villach-Land: 7 Verkehrstote / 355 Verletzte, davon 65 schwer
Bezirk Spittal an der Drau: 9 Verkehrstote / 395 Verletzte, davon 94 schwer
Kärnten: 35 Verkehrstote / 3.432 Verletzte, davon 545 schwer
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026