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/ ©ÖBB/Dinhobl
Das Bild auf 5min.at zeigt die ÖBB-Messstation am Wörthersee.
Nun liegt der mittlerweile sechste Messbericht der Messtelle der ÖBB und des Landes Kärnten vor.

Wörthersee-Strecke: Neuer ÖBB-Bericht zeigt Fakten zum Bahnlärm

Der sechste Messbericht zur im Herbst 2020 von den ÖBB und dem Land Kärnten in Betrieb genommenen Messstelle an der Bahnstrecke in Velden liegt vor.

von Marlene Dorfer Das Foto auf www.5min.at zeigt Marlene Dorfer aus der Kärnten Redaktion.
3 Minuten Lesezeit(554 Wörter)
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Ziel der Messstelle ist es, die Wirksamkeit der laufenden Maßnahmen zur Reduktion von Schall-Emissionen der Bahn am Wörthersee zu dokumentieren. Im Vergleich zu 2020 ist der Beurteilungspegel Nacht um rund 2 dB sowie der durchschnittliche Vorbeifahrtspegel von Güterzügen um rund 4 dB gesunken, teilen die ÖBB in einer Aussendung mit.

ÖBB-Messbericht zeigt

Die Vorbeifahrtspegel einzelner Züge seien 2025 gegenüber 2024 um über 1 dB gesunken, weil der Anteil der leiseren Züge weiter deutlich zugenommen hat. Aufgrund einer Zunahme an Güterzugs-Fahrten ist der für die Analyse der Belästigung von Anrainern besonders relevante Beurteilungspegel gegenüber 2024 in der Nacht leicht gestiegen, um 1 dB. Der sehr deutliche Zuwachs an Fahrten (plus 42 Prozent) ergibt sich aus der Sperre des Tauerntunnels, die Umleitungsverkehre ausgelöst hat, so die ÖBB weiter. Diese temporäre Zunahme habe dennoch den Beurteilungspegel Nacht nur um 1 dB erhöht. Das Projekt wird von externen Experten, dem Ziviltechnikerbüro Christian Kirisits, sowie einem Fachexperten der ÖBB-Infrastruktur AG wissenschaftlich begleitet. Einmal im Jahr wird ein wissenschaftlicher Bericht über die Ergebnisse veröffentlicht.

Umstellung auf leiste Güterwagons

Der auf Basis der Messungen der Vorbeifahrtspegel errechnete Beurteilungspegel für ein Gebäude in 30 Meter Entfernung zur Bahnstrecke liegt 2025 bei 44 dB am Tag und bei 46 dB in der Nacht. In 5 Meter Höhe liegt der Beurteilungspegel bei 50 dB am Tag und 51 dB in der Nacht. Diese Veränderung ist großteils auf den steigenden Anteil von leisen Güterwagen zurückzuführen, so vonseiten der ÖBB weiter. Der direkt an den Gleisen gemessene Vorbeifahrtspegel ist im Schnitt 2025 um 3,9 dB geringer als 2020. Dieser Rückgang ist auf die fast vollständige Umstellung auf leise Güterwagons zurückzuführen. 2020 waren rund 64 Prozent der Güterwagons am Wörthersee „leise“ Wagen, 2025 waren es über 98 Prozent im Jahresdurchschnitt. Die statistischen Abweichungen zu einem 100 Anteil Anteil ergeben sich durch nicht vollständig aktuelle Datenerfassungen sowie durch EU-Ausnahmeregelungen für bestimmte Dienstfahrzeuge, wird mitgeteilt.

Trotz Verkehrszunahme zukünftig leiser

Durch die EU-Verordnung TSI Noise dürfen seit Dezember 2024 nur mehr leise Güterzüge auf den EU-Hauptbahnstrecken fahren. Durch die Komplettumstellung sinkt der Vorbeifahrtspegel pro Zug um rund 10 dB. Franz Hammerschmid, Geschäftsbereichsleiter ÖBB-Infrastruktur AG, betont, dass die Maßnahmen an der Wörtherseestrecke eine spürbare Entlastung erzielt haben. Neben Investitionen in die Bahnanlagen und den Ausbau von Schallschutzwänden ist vor allem die Umstellung auf leise Güterwagen ein Erfolg. Somit sei sichergestellt, dass es selbst bei deutlichen Verkehrszunahmen in der Zukunft am Wörthersee jedenfalls leiser sein wird als es im Jahr 2010 war. In den langfristigen Prognosen bis nach 2040 wird eine Zunahme des Güterverkehrs am Wörthersee von nur rund 25 Prozent erwartet, also deutlich weniger als 2025 während der Schienensperre real gefahren sind.

Wegfall der alten, lauten Züge soll Entlastung bringen

Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ist ein wesentliches Ziel der EU, der Bundesregierung und der ÖBB im Sinne des Klimaschutzes. Da die Wahrnehmung von Lärm vor allem durch die lautesten Geräusche geprägt wird, bringt der Wegfall der alten, lauten Züge eine enorme Entlastung, selbst wenn in Zukunft mehr Züge fahren. Die ÖBB setzen ihr Programm zum Bau von Schallschutzwänden und Investitionen in die Bahninfrastruktur weiter fort, heißt es abschließend.

Begriffserklärungen

  • Schall-Emissionen: Die Aussendung von Schall durch eine Schallquelle (z. B. Zug am Gleis).

  • Schall-Immissionen: Die einwirkenden Geräusche, die an einer bestimmten Stelle ankommen (z. B. beim Ohr des Menschen).

  • Vorbeifahrtspegel: Der energiemäßig gemittelte Schalldruckpegel während einer Zugvorbeifahrt im Nahbereich der Strecke.

  • Beurteilungspegel: Ein Maß für die Belästigung, das sich auf Anzahl, Dauer und Höhe aller Vorbeifahrtsgeräusche über einen definierten Zeitraum bezieht.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 16.06.2026 um 20:11 Uhr aktualisiert
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