Prozess in Klagenfurt: Bedingte Haft nach Fund von Kindesmissbrauchsmaterial
Bei einem Kärntner wurden hunderte Missbrauchsvideos und -fotos entdeckt. Der Mann zeigte sich vor Gericht geständig und reuig. Aufgrund der Unbescholtenheit und des Geständnisses gab es ein mildes Urteil.
Bei einer Hausdurchsuchung bei einem Kärntner wurden hunderte Dateien mit Missbrauchsmaterial von Kleinkindern sichergestellt. Wie die „Kronen Zeitung“ berichtet, stand der Mann nun vor dem Landesgericht Klagenfurt. Das Bundeskriminalamt kam dem Angeklagten auf die Spur, nachdem er das Material in einschlägigen Chats getauscht hatte. Bei einer Durchsuchung mit 15 Beamten wurden auf seinem Rechner und Mobiltelefon 340 Fotos und 103 Videos beschlagnahmt, die schweren Missbrauch zeigen. Zudem wurden geringe Mengen Drogen gefunden.
„Es ekelt mich“
Vor Richter Gernot Kugi wurde im Verhandlungssaal eines der Videos abgespielt. Der Angeklagte kommentierte die Szenen mit den Worten: „Es ekelt mich.“ Laut seinem Verteidiger sei der Mann „reumütig und umfassend geständig“. Er erklärte vor Gericht: „Ich kann es mir selbst einfach nicht erklären“, wie aus dem Medienbericht hervorgeht. Als Begründung für den Besitz und die Weitergabe nannte er Alkohol, mittlerweile befinde er sich in Therapie und lebe seit einigen Monaten ohne.
Unbedingter Freiheitsentzug blieb aus
Dem Mann drohte ein Strafrahmen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Haft. Aufgrund der Unbescholtenheit und des Geständnisses erging ein mildes Urteil von zehn Monaten bedingter Haft sowie einer Geldbuße. Ein unbedingter Freiheitsentzug blieb aus, wie aus dem Medienbericht hervorgeht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.