Intendant: „Ich habe Angst“
Der Konflikt um die als rassistisch kritisierte Bezeichnung "Negerbrot" samt Beschmierung der Fassade des Klagenfurter Süßwarengeschäftes "Zehrer" eskaliert.
Nun droht der Intendant des Klagenfurter Stadttheaters Aron Stiehl mit seinem Abgang aus Kärnten. Er fühle sich in Kärnten nicht mehr sicher, so Aron Stiehl in einem E-Mail an die Stadt Klagenfurt, das aber auch 5 Minuten vorliegt.
„Ja, ich habe Angst! Und ich habe auch …“
Stiehl schreibt, dass er verwundert darüber sei, dass bis auf die Grünen kein Politiker etwas „zu diesem Unwort Negerbrot“ sage und der Stadttheaterintendant beschreibt weiter, dass er in dieser Diskussion „homophob und antisemitisch angegriffen“ werde. 5 Minuten hat Dienstag Nachmittag mit Stiehl gesprochen und er bestätigt die Authentizität des vorliegenden Schreibens. „Ja, ich habe Angst! Und ich habe auch ein Angebot aus Deutschland“, so Stiehl zu 5 Minuten. Allerdings betont der Intendant auch, dass er Kärnten liebe und „erstmal in Kärnten bleiben werde.“ Im Gespräch mit 5 Minuten ruft Aron Stiehl auch zu einer Deeskalation der Worte auf und verurteilt die „widerlichen Angriffe auf das Süßwarengeschäft, in dem ich auch selbst gerne Kunde bin“ zutiefst. Stiehl widerspricht auch sämtlichen Gerüchten im Zusammenhang mit dem Stadttheater und dem Süßwarengeschäft „Zehrer“. „Natürlich behalten die Besitzer des Geschäftes ihre Loge im Theater, überhaupt keine Frage.“ Es sei allerdings beschämend, dass es noch immer geduldet wird, dass so etwa wie „Negerbrot“ verkauft werden kann, so der Intendant, der sein E-Mail mit den Worten schließt „Wer in Kärnten und Klagenfurt für Humanismus kämpft, wird verachtet.“
Jonke: „Hetzjagd ist absolut inakzeptabel“
„Was sich hier in unserer schönen Landeshauptstadt abspielt, hat mit demokratischem Diskurs nichts mehr zu tun. Mittlerweile rollt eine links-linke Hetzjagd über das Traditionsunternehmen Zehrer hinweg, die in brandgefährlichen Drohungen gipfelt. Es wird unverhohlen damit gedroht, das Geschäftslokal niederzubrennen. Dieser wildgewordenen, faschistischen Herde muss die Klagenfurter Politik sofort und ohne Zögern eine klare Absage erteilen!“, positioniert sich Vizebürgermeister Patrick Jonke. Als Auslöser der Eskalation sieht Jonke E-Mails, die Intendant Aron Stiehl von seiner offiziellen Stadttheater-Mailadresse an die Firma Zehrer geschickt haben soll: „Die Fakten liegen auf dem Tisch: Es war und ist einzig und allein Aron Stiehl, der diese Aggression bewusst befeuert hat. […] Es ist Zeit, dass in Klagenfurt endlich wieder Ruhe und Vernunft einkehren“, schließt Jonke.