Unfälle auf Kärntens Bahnübergängen stiegen 2025 wieder deutlich an
Die ÖBB-Bilanz für Kärnten verzeichnet einen Zuwachs bei den Kollisionen an Eisenbahnkreuzungen: Von zwei Vorfällen im Jahr 2024 stieg die Zahl 2025 auf sieben. Ein Unfall forderte sogar ein Menschenleben.
Österreichweit gab es in den vergangenen Jahren eine kontinuierliche Reduktion der Unfallzahlen an Eisenbahnkreuzungen. Die Mehrheit – nämlich 1.633 – sind technisch gesichert – entweder mit einem Lichtzeichen oder mit Schranken plus Lichtzeichen. Bei den restlichen Bahnübergängen sorgen Stopptafeln und Andreaskreuze für die nötige Sicherheit.
Sieben Unfälle auf Bahnübergängen in Kärnten
2025 zählte Österreich 50 Unfälle auf Bahnübergängen, im Vergleich zu 52 im Jahr 2024. Fünf Menschen verloren dabei ihr Leben, 17 wurden verletzt. Zehn Jahre zuvor lag die Zahl noch bei 71. In Kärnten wurden 2025 sieben Vorfälle registriert; nur zwei gab es im Jahr davor. Ein Mensch kam dabei ums Leben, eine weitere Person wurde schwer verletzt. „Im Jahr 2024 blieben Personenschäden aus“, heißt es vonseiten der ÖBB.
Weniger Bahnübergänge
„Am sichersten ist immer noch die Eisenbahnkreuzung, die es nicht gibt“, so Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG. „Daher reduzieren wir Eisenbahnkreuzungen, wo immer es auch möglich ist, oder ersetzen diese durch Unter- oder Überführungen.“ Pro Jahr investieren die ÖBB mehr als 25 Millionen Euro in sichere Eisenbahnkreuzungen sowie in deren Schließung und in Ersatzlösungen. Gab es im Jahr 2000 noch über 6.000 Eisenbahnkreuzungen, so wurde die Anzahl mit derzeit 2.874 im österreichischen Netz der ÖBB mehr als halbiert.
Gewohnheit macht blind
Zu den häufigsten Unfallursachen zählen übrigens die Nichtbeachtung von Stopptafeln und Lichtzeichen, Unachtsamkeit und Ablenkung. „Gerade ortsansässige Personen, die täglich Eisenbahnkreuzungen queren, sind besonders gefährdet“, weißt Christian Schimanofsky, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV). Ergebnisse einer Verhaltensbeobachtung aus den Jahren 2025 und 2026 würden nämlich zeigen, dass nur 75 Prozent der beobachteten Lenkenden an Stopptafeln vor Bahnübergängen vollständig anhielten. 20 Prozent reduzierten zwar die Geschwindigkeit, blieben aber nicht stehen. Fünf Prozent überquerten die Eisenbahnkreuzung sogar ohne sichtbare Temporeduktion. Auch bei nur mit Lichtzeichenanlagen gesicherten Übergängen zeigt sich ein ähnliches Verhalten. Bei rotem Lichtzeichen halten nur rund 80 Prozent vorschriftsmäßig an.
Hand aufs Herz: Wie hältst du es persönlich mit der Stopptafel vor einem Bahnübergang?
Maßnahmenpaket
Für mehr Sicherheit setzen die ÖBB auf ein Maßnahmenpaket: An rund hundert Standorten wird kontrolliert, ob Verkehrsteilnehmende das Rotlicht der Signalanlagen auch beachten. Die Daten werden direkt an die Polizei weitergeleitet. Zusätzlich setzen die Bundesbahnen auf Aufklärung durch gezielte Sicherheitskampagnen.