Mit Halt in Villach? Bahn-Anbieter will ab 2027 richtig durchstarten
Konkurrenz für ÖBB und Westbahn? Das Unternehmen von Patrick Kröll setzt auf moderne Siemens-Loks und smarte Mobilität.
Auf dem österreichischen Passagier-Eisenbahnmarkt kündigt sich neben den ÖBB und der Westbahn ein weiterer Akteur an. Das im Jahr 2024 in Wien gegründete Unternehmen „Silverstar Railways“ schraubt weiterhin am Einstieg in den Personenverkehr. „Unser Anspruch: Mobilität smarter, effizienter und verlässlicher zu machen“, hält das Projekt auf seiner Webseite fest.
„Nicht nur Dienstleister, sondern Partner“
Das Bahnunternehmen geht auf den Traum des Geschäftsführers Patrick Kröll zurück, der früher als Lokführer bei den ÖBB tätig war. Bezüglich der Firmenphilosophie schildert der Geschäftsführer auf der Homepage: „Wir möchten für unsere Kunden nicht nur ein Dienstleister sein, sondern ein langfristiger Partner, der Mehrwert schafft. Unser Anspruch ist es, jeden Auftrag präzise, zuverlässig und zukunftsorientiert umzusetzen.“ Derzeit beschäftigt das noch junge Unternehmen zehn Mitarbeiter, zur aktuellen Ausstattung gehören zwei moderne Siemens-Lokomotiven, die sowohl für Güterfahrten als auch für den Tourismusbereich vorgesehen sind. Aktuell arbeitet Silverstar Railways an der EU-Sicherheitsbescheinigung der Europäischen Eisenbahnagentur. Das Ziel sei es, spätestens im September 2026 als eigenständiges Eisenbahnunternehmen zertifiziert zu sein, um damit die rechtliche Basis für den kommerziellen Personenverkehr zu schaffen.
Fährst du gerne mit dem Zug?
Ab nach Venedig, mit Halt in Villach
Die Pläne für das Streckennetz nehmen bereits konkrete Formen an. Ab dem Jahr 2027 sollen die Züge von Silverstar Railways zwischen Wien und Bad Aussee verkehren. Darüber hinaus befinden sich momentan sechs bis sieben weitere Verbindungen in der Prüfungsphase. Wie Kröll im Ö1 Morgenjournal erläuterte, stehen dabei internationale Korridore nach Süden im Fokus. Demnach sind Direktverbindungen nach Italien, Slowenien und Kroatien angedacht. Berichten zufolge ist bis zum Jahr 2028 auch ein Zwischenstopp in Villach auf einer Strecke in Richtung Venedig vorgesehen.
Österreich sehr Zugaffin
Das Angebot trifft zudem auf einen aktiven Markt, da Österreich im europaweiten Vergleich zu den Spitzenreitern bei der Bahnnutzung gehört: Rund 320.000 Personen besitzen ein Klimaticket, zudem gab es in den letzten Jahren große Ausbauprojekte, darunter der Koralmtunnel zwischen Kärnten und der Steiermark.