Mehr Prozesse sowie Beratungen wegen Kindesmissbrauchs in Kärnten
Die Prozesse wegen Kindesmissbrauchs am Landesgericht Klagenfurt nehmen zu. Die Kärntner DELFI-Kinderschutzzentren verzeichnen dadurch eine konstant steigende Nachfrage nach Beratung.
Am Landesgericht Klagenfurt werden derzeit vermehrt Prozesse wegen Kindesmissbrauchs verhandelt, erst am Montag standen drei Personen vor Gericht, wir haben berichtet. Dass die Nachfrage nach Beratung wegen Gewalt an Kindern sowie nach möglicher Prozessbegleitung konstant steigt, bestätigen auch die DELFI-Kinderschutzzentren in Kärnten. Allein im ersten Halbjahr begleiteten der Geschäftsführer Thomas Preßlauer und sein Team laut einem ORF-Bericht 73 Prozesse wegen sexueller oder körperlicher Gewalt an Kindern.
Gewalt muss erst einmal bemerkt werden
Preßlauer gibt jedoch zu bedenken, dass die Gewalt vor einem potenziellen Prozess überhaupt erst bemerkt werden muss, was oft eine längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Studien belegen in diesem Zusammenhang, dass sich von sexueller Gewalt betroffene Kinder bis zu neunmal an Erwachsene wenden müssen, ehe ihnen geglaubt wird, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Verschiedene Beschwerden
Dabei äußert sich der Missbrauch nicht ausschließlich durch Verletzungen. Wie Preßlauer im Medienbericht schildert, nehmen vor allem Verhaltensveränderungen, Ängste, sozialer Rückzug und Co. bei den betroffenen Kindern zu. Bei einem entsprechenden Verdacht haben sowohl Bezugspersonen als auch die Betroffenen selbst die Möglichkeit, sich an verschiedene Stellen im südlichsten Bundesland zu wenden, wozu unter anderem die fünf Kärntner Kinderschutzzentren gehören.