Kärnten stellt vier Millionen Euro für kühlere Schulen bereit
Ein Förderbudget in Höhe von vier Millionen Euro soll rasch Hitzeschutz-Maßnahmen in Kärntens Kindergärten, Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen ermöglichen. Die Details wurden vonseiten des Landes am Mittwoch vorgestellt.
Hochsommerliche Temperaturen stellten Kärntens Bildungs- und Betreuungseinrichtungen zuletzt vor Herausforderungen. Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) fordert daher nicht nur eine Vorverlegung der Sommerferien – 5 Minuten berichtete – sondern stellte am Mittwoch gemeinsam mit Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger (SPÖ) und Landesrat Peter Reichmann (SPÖ) auch ein dementsprechendes Hitzeschutzpaket vor. „Dafür wird das Land trotz Spardruck sofort vier Millionen Euro freimachen, um Hitzeschutzmaßnahmen für Schulen und Kindergärten umzusetzen“, so der Landeshauptmann bei der Pressekonferenz. Im Fokus dabei: Beschatten, bepflanzen und entsiegeln.
Mehr Schatten und weniger versiegelte Flächen
Im Mittelpunkt der Förderung stehen elementare Bildungseinrichtungen und Volksschulen. Zu den förderfähigen Maßnahmen zählen etwa Deckenventilatoren, Rollos, Jalousien, Hitzeschutzfolien, vollklimatisierte Erholungs- und Ruheräume sowie sogenannte Cooling Rooms. Auch Deckenkühlungen in Gängen und Fluren können unterstützt werden. Zusätzlich umfasst die Förderung Deckenkühlungen in Gängen und Fluren, schattenspendende Bepflanzung, Sonnensegel, Pergolen, Freiluftklassenräume, Trinkbrunnen, Dachbegrünungen und die Entsiegelung von Flächen. Das Land übernimmt dabei bis zu 80 Prozent der Kosten. „Damit helfen wir den Gemeinden, rasch wirksame und zum jeweiligen Standort passende Lösungen umzusetzen“, betont Gemeindereferentin Lagger-Pöllinger. Das Programm läuft vom 1. Juli 2026 bis 31. Dezember 2027. Für fachliche Beratung können sich Gemeinden an die Klimakoordination der Abteilung 8 wenden. Zusätzlich ist eine Zusammenarbeit mit den KLAR-Managern vorgesehen.
Land reagiert auf Forderungen der Eltern
Das Förderansuchen ist in weiterer Folge digital bei der Abteilung 3 des Landes einzureichen. Erforderlich sind eine kurze Beschreibung der geplanten Maßnahme sowie eine Kostenschätzung. Die Auszahlung kann einmalig oder in mehreren Tranchen erfolgen und wird nach Vorlage der Kostennachweise abgewickelt. „Wir beginnen nicht bei null. In den vergangenen Jahren wurde bereits viel investiert, und diese Investitionen zeigen Wirkung. Jetzt setzen wir gezielt dort an, wo die Belastung noch besonders groß ist“, so Lagger-Pöllinger. Anstatt über Verantwortlichkeiten zu diskutieren, geht es laut Bildungsreferent Reichmann darum, „ins Handeln zu kommen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen: Denn wenn speziell Elternvereine in den vergangenen Tagen gefordert haben, dass neben einem Überdenken der Unterrichtszeiten auch bauliche Maßnahmen notwendig sind, dann zeigt das Land Kärnten, was bewegt werden kann.“
Reichmann fordert bundesweiten Rahmen
Abschließend forderte Reichmann die Schaffung eines bundesweiten Hitzeschutzrahmen für Schulen sowie Anpassungen der Schulbau-Richtlinien: „Neue Schulen sollten bundesweit nach klimafitten Standards geplant werden. Passive Kühlung, Beschattung, Grünflächen und energieeffiziente Gebäudetechnik müssen zum Standard werden, damit klimafitte und nachhaltige Bildung gesichert wird.“