Nur 3 von 10 Zügen pünktlich: Ärger um neue Koralmbahn
Die Koralmbahn sollte eigentlich für eine erhebliche Optimierung der Zugstrecken von Wien und Graz Richtung Kärnten sorgen. Aber nicht jeder kann das bestätigen.
Wie der ORF Kärnten berichtet, führt eine verspätete Ankunft am späten Abend jedoch regelmäßig dazu, dass Passagiere mit dem Ziel St. Veit an der Glan ihre Anschlussverbindungen verpassen. Die Bundesbahnen machen hierfür Schwierigkeiten im grenzüberschreitenden Schienenverkehr verantwortlich.
Zug wird regelmäßig verpasst
Laut Auswertungen des Portals „zugfinder.net“ erreichte der Railjet Express 255 innerhalb des letzten Monats lediglich in 30 Prozent der Fälle planmäßig sein Ziel, wobei sich die Verzögerung im Schnitt auf 35 Minuten belief. Ein betroffener Student schilderte dem ORF, dass er aufgrund dessen die Anschlusszüge nach St. Veit um 22.11 Uhr sowie 22.35 Uhr des Öfteren verpasse und infolgedessen gezwungen sei, rund eine Stunde auf die nachfolgende S-Bahn um 23.40 Uhr zu warten.
ÖBB ist das Problem bekannt
ÖBB-Sprecher Herbert Hofer bestätigte gegenüber dem Medium, dass das Problem im Unternehmen bekannt sei, und bat die Reisenden um Entschuldigung. Er betonte, dass die Ursache primär im Ausland liege, da zahlreiche Züge auf dieser Verbindung ursprünglich aus Tschechien kommen. Die Zeitverluste entstünden meist bereits beim Übertritt der Staatsgrenze und ließen sich im österreichischen Streckennetz kaum noch kompensieren. Man befinde sich deshalb bereits im Austausch mit den tschechischen Staatsbahnen, ein genauer Zeitpunkt für eine Besserung lasse sich jedoch noch nicht prognostizieren.
Wartezeiten muss man in Kauf nehmen
Eine temporäre Modifikation des Fahrplans schließt die Bahngesellschaft aus. Da das Schienennetz in Kärnten auf einem exakt aufeinander abgestimmten Taktverkehr basiere, würde jede Verschiebung das Gesamtsystem gefährden und an anderer Stelle zu verpassten Umstiegen führen. Auch das Bereitstellen von Schienenersatzbussen bei Verspätungen sei aus wirtschaftlicher Sicht nicht realisierbar, weshalb Reisende des betroffenen Railjets vorerst weiterhin auf pünktliche Züge hoffen oder Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.