Dürre in Kärnten: Gemeinden greifen zu Appellen, Verboten und Strafen
Anhaltende Trockenheit zwingt Kärntner Gemeinden zu strengen Wassersparmaßnahmen. Während manche Orte auf Appelle setzen, drohen andernorts Strafen von bis zu 2.100 Euro.
Da die Quellschüttung vielerorts spürbar zurückgeht, greifen erste Orte bereits zu drastischen Schritten. In Köttmannsdorf gilt beispielsweise schon seit Ende Juni eine Wassersparverordnung, die das Bewässern von Rasenflächen sowie das Waschen von Autos untersagt und eine Anmeldepflicht für Poolbefüllungen vorschreibt. Weitere Einschränkungen wurden auch in Gurk, Griffen und Steuerberg erlassen, wobei Verstöße gegen diese Vorgaben mit Strafen von bis zu 2100 Euro geahndet werden können, wie aus einem Bericht des „ORF“ hervorgeht.
„Kaum noch Zulauf“
In Lavamünd verschärft sich die Lage ebenfalls zusehends, da zahlreiche hauseigene Quellen kaum noch Wasser führen. „Die Marktgemeinde Lavamünd ist derzeit stark von der anhaltenden Trockenheit und den hohen Temperaturen betroffen. Zahlreiche hauseigene Quellen verzeichnen dadurch kaum noch Zulauf“, schildert HBI Rainer Grubelnig von der Freiwilligen Feuerwehr Lavamünd in den sozialen Medien. Um auf Anfragen für Wassertransporte vorbereitet zu sein, fordert er die Bevölkerung zur Kontrolle der eigenen Wasserstände auf und ergänzt: „Um rechtzeitig auf allfällige Anfragen zu Nutzwassertransporten reagieren zu können, bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, den Wasserstand ihrer Quellen regelmäßig zu kontrollieren. Da unsere personellen Kapazitäten beschränkt sind, können Wassertransporte ausschliesslich in enger Abstimmung mit dem Wassermeister der Marktgemeinde Lavamünd durchgeführt werden. Wir bitten daher um Verständnis, dass an Wochenenden, an denen der Wasserverbrauch generell stark ansteigt, keine Wassertransporte stattfinden.“
Wann kehrt der Regen zurück?
Nicht jede Gemeinde greift jedoch sofort zu Verboten: mancherorts wird auf die Einsicht der Menschen vertraut. In St. Paul im Lavanttal fordert die Gemeindeverwaltung die Bewohner dazu auf, pfleglich mit den knappen Ressourcen umzugehen. Ob dies ausreicht, entscheidet letztlich die Witterung der kommenden Tag: Erste Niederschläge werden für das Ende der Woche erwartet. Der Freitag beginnt in Kärnten mit längerem Sonnenschein, allerdings nimmt die Bewölkung bereits ab dem Vormittag zu und bringt teils gewittrige Regenschauer mit sich, wie die Meteorologen der GeoSphere Austria berichten. „Diese weiten sich im Tagesverlauf auch auf Unterkärnten aus“, heißt es seitens der Experten.