Schock in der Pension: Frauen in Kärnten fehlen 13.800 Euro im Jahr
Die finanzielle Kluft zwischen den Geschlechtern bleibt riesig: Während Männer ab dem 9. August bereits so viel Pension kassiert haben, wie Frauen erst bis zum Jahresende bekommen, hinkt Kärnten den Zahlen sogar noch hinterher.
Am 11. August ist es in Kärnten so weit: Der Equal Pension Day macht die bitteren Unterschiede im Alter wieder sichtbar. Der sogenannte „Gender Pension Gap“ liegt im Bundesland heuer bei enormen 38,8 Prozent (österreichweit fällt der Tag bereits auf den 9. August).
Fast 14.000 Euro Differenz pro Jahr
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Männer beziehen in Kärnten durchschnittlich 2.537 Euro brutto Alterspension im Monat. Frauen müssen sich hingegen mit nur 1.552 Euro brutto zufriedengeben. Das macht ein Minus von satten 985 Euro monatlich, im ganzen Jahr fehlen Frauen dadurch rund 13.800 Euro in der Geldbörse.
„Entwicklung schreitet viel zu langsam voran“
„Die finanzielle Benachteiligung von Frauen ist auch im Pensionsalter Realität. Trotz leichter Verbesserungen schreitet die Entwicklung viel zu langsam voran“, erklärt AK-Präsident Günther Goach. Er warnt vor den Folgen und fordert ein klares Umdenken: „Mit dem derzeitigen Fortschritt würde es noch mehr als ein Jahrhundert dauern, bis Frauen und Männer gleich hohe Pensionen erhalten. Das ist gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel. Es braucht entschlossene Maßnahmen, die bestehende Ungleichheiten nachhaltig abbauen.“
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Teilzeit-Falle und Kinderbetreuung als Ursache
Woher kommt diese riesige Lücke? Michaela Eigner-Pichler, Leiterin des AK-Referats für Beruf, Familie und Gleichstellung, sieht die Gründe vor allem in den Erwerbsverläufen: „Frauen übernehmen nach wie vor den Großteil der Betreuungs- und Pflegearbeit. Daraus resultieren häufig längere Erwerbsunterbrechungen, Teilzeitbeschäftigung und geringere Einkommen – Faktoren, die sich unmittelbar auf die Höhe der Pension auswirken.“ Die Arbeiterkammer fordert deshalb unter anderem den Ausbau hochwertiger Kinderbetreuungsangebote, eine gerechtere Verteilung der Sorgearbeit sowie bessere Einkommenschancen für Frauen.