Vorreiter in Österreich: KI hilft in Hermagor ab sofort bei Verkehrsstrafen
An der BH Hermagor gibt es eine absolute Neuheit. Ein Sprachbot soll dort jetzt bei Verkehrsstrafen helfen.
Die Kärntner Landesverwaltung geht den nächsten Schritt bei der Digitalisierung: An der Bezirkshauptmannschaft Hermagor stellten Landeshauptmann Daniel Fellner, Bezirkshauptmann Heinz Pansi, IT-Leiter Christian Inzko und Patrik Zenaty von der Strafabteilung eine österreichweit einzigartige Neuerung vor. Ab sofort steht Bürgerinnen und Bürgern eine KI-gestützte digitale Sprach-Assistenz rund um die Uhr zur Verfügung, um Fragen zu Verkehrsstrafen zu beantworten.
KI-Helfer versteht Dialekte
Das Ziel der Initiative ist eine moderne Verwaltung, die effizient arbeitet, aber gleichzeitig nahbar bleibt. Der Sprachbot soll den Alltag der Bevölkerung erleichtern und das Team an der BH Hermagor spürbar entlasten, ganz nach dem Motto mehr Zeit für die Menschen statt für Routinearbeiten. Das digitale System erteilt dabei automatisiert Auskünfte zu Fristen, Zahlungsmöglichkeiten oder den Konsequenzen bei Nichtbezahlung. Der KI-Helfer versteht natürliche Sprache sowie Dialekte, beherrscht mehrere Sprachen und kann somit auch Verfahren mit Auslandsbezug abwickeln. Bei komplexeren rechtlichen Anliegen leitet die KI direkt an die zuständigen Sachbearbeiter weiter.
Vorreiterrolle in Österreich
Mit dem neuen Tool übernimmt Kärnten eine Vorreiterrolle in ganz Österreich. An der BH Hermagor werden jährlich rund 500.000 Akte im Verwaltungsstrafbereich bearbeitet – ein Drittel davon weist einen Auslandsbezug auf, wobei die Erledigungsquote bei über 85 Prozent liegt. Neben Tempoverstößen wickelt die Behörde auch sämtliche Maut- und Parkdelikte ab. Heuer werden über das Servicecenter für Anonymverfügungen rund 17 Millionen Euro erwirtschaftet. Landeshauptmann Fellner betonte ausdrücklich, dass die KI keine Entscheidungen trifft, sondern ausschließlich routinierte Vorarbeiten übernimmt. Die rechtliche Beurteilung und die Verantwortung bleiben weiterhin bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Testlabor
Auch technisch setzt das Projekt neue Maßstäbe. Die BH Hermagor fungiert dabei als Testlabor für rechtliche und technische Entwicklungen im Verwaltungsverfahren. Hinter dem Sprachbot arbeiten drei KI-Agenten zusammen, die jeweils für den Inhalt, Sprachpausen und Dialekte zuständig sind. Seit dem Teststart am 1. Mai 2026 hat das System bereits über 1.850 Anrufe mit einer durchschnittlichen Gesprächsdauer von zwei Minuten absolviert. Besondere Priorität hat dabei der Datenschutz: Alle Anfragen werden verschlüsselt verarbeitet und ausschließlich auf den Servern der Kärntner Landesinfrastruktur gespeichert.