Pokémon und Co.: Wertvolle Sammelkarten bleiben beliebtes Diebesgut
Der Millionen-Hype um Pokémon-Karten ruft Kriminelle auf den Plan: Von Diebstählen in Kärnten bis zum Einbruch durch einen Horror-Clown in Oberösterreich.
Sie sind längst kein reines Kinderspielzeug mehr, sondern für viele ein lukratives Investment: Sammelkarten. Während seltene Exemplare auf dem Markt für hohe Beträge gehandelt werden, rückt die Szene zunehmend in das Visier krimineller Machenschaften. Diebstahl, Einbrüche und Fälschungen nehmen dramatisch zu und die Fälle häufen sich mittlerweile auch in den österreichischen Bundesländern.
„Masche“ längst in Kärnten angekommen
Wie eine Branchenkennerin gegenüber 5 Minuten schildert, sei das Problem längst in Kärnten angekommen. Bei privaten Treffen sowie öffentlichen Tauschveranstaltungen soll es zuletzt vermehrt zu Diebstählen wertvoller Karten gekommen sein; in einigen Fällen sollen bereits Anzeigen erstattet worden sein. Es bestehe laut ihr zudem der Verdacht, dass entwendete Karten vereinzelt bei regionalen Anbietern zum Verkauf angeboten werden. Doch Kärnten ist kein Einzelfall: Bereits im Jahr 2023 brachen Unbekannte in Salzburg in ein Fachgeschäft ein und entwendeten rund 5.800 Sammelkarten im Wert von mehr als 80.000 Euro, wie der ORF damals berichtete.
„Horror-Clown“ hatte es auf Karten abgesehen
Besonders skurril verlief ein Fall im oberösterreichischen Haid bei Ansfelden, der es sogar in die Serie „Fahndung Österreich“ schaffte: Ein als Horror-Clown verkleideter Täter soll dort Pokémon-Karten im Wert von rund 10.000 Euro erbeutet haben. Zudem wird gewarnt, dass der anhaltende Hype die Kriminalität weiter anheizt: Besonders Kinder und Jugendliche laufen Gefahr, aus Unwissenheit Opfer von Betrügereien zu werden.
Wertanlage und Kriminalitätsrisiko
Generell werden Pokémon-Karten mit steigender Beliebtheit häufiger gefälscht oder entwendet. Besonders jüngere Sammler geraten schnell ins Visier von Betrügern, da sie den tatsächlichen Marktwert ihrer Karten oft nicht richtig einschätzen können. Gleichzeitig hat sich der Markt stark verändert: Da immer mehr Erwachsene die Sammelkarten als Anlageobjekt betrachten, zieht der hohe Wert der Objekte mittlerweile auch die organisierte Eigentumskriminalität an.