Hüttenwirte auf den Kärntner Bergen gesucht
In den Sommermonaten ziehen höher gelegene Urlaubsziele viele Menschen an, die der Hitze im Tal entfliehen wollen.
Doch der Boom auf den Bergen trifft auf eine grundlegende Herausforderung: Für alpine Organisationen wie den Alpenverein wird es zunehmend schwieriger, geeignetes Personal und Pächter für die Hütten zu finden. Alleine in Kärnten betreiben die alpinen Vereine 80 bewirtschaftete Schutzhütten, fast die Hälfte davon liegt im hochalpinen Bereich. Trotz der oft sehr gut ausgebauten Infrastruktur stehen die Betreiber seit Jahren vor Personalproblemen.
Strenge Auflagen und harte Realität im Betrieb
Ein Grund für Pächterwechsel sind unter anderem die Betriebsauflagen. Wie Helmut Sumper, Vorstand des Alpenvereins Wolfsberg, dem ORF gegenüber erklärt, gilt für Schutzhütten der Kategorie 1 eine strikte Offenhaltepflicht von mindestens drei Monaten. Weil diese zeitweise nicht eingehalten werden konnte und sich Gäste vor verschlossenen Türen beschweren mussten, kündigten die damaligen Pächter der Wolfsberger Hütte. Die Hütte stand bis Mai eine Saison lang leer, ehe sie von Familie Ertl übernommen wurde. Der neue Pächter Roland Ertl zeigt sich mit der modernen Technik und Ausstattung der Hütte mittlerweile sehr zufrieden. Auch auf der Klagenfurter Hütte gab es mit Gottfried Hiebler im Juli eine Premiere. Er verweist auf den oft unterschätzten Arbeitsaufwand im Hüttealltag: Trotz schöner Momente in der Natur handle es sich in der Realität um einen „beinharten Knochenjob“.
Hüttenwirte als vielseitige Allrounder gefragt
Leopold Fuchs, Vorstand des Alpenvereins Kärnten, gegenüber dem ORF betont, dass Hüttenwirte heute breit gefächerte Fähigkeiten mitbringen müssen. Neben einer adäquaten regionalen Gastronomie geht es vor allem um die technische Instandhaltung und Pflege der Gebäude. Zudem gestalte sich auch die Suche nach weiterem Personal für den laufenden Betrieb als sehr schwierig. Um Leerstände wie zuletzt bei der Wolfsberger Hütte zu vermeiden, suchen die Vereine weiterhin intensiv nach engagierten Pächterinnen und Pächtern.