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Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: V-Club Villach
Kärntens größte Tanz- und Eventfläche macht Schluss.

V-Club und V-Bowl: Diskothek und Bowling-Arena schließen nach 18 Jahren

Der V-Club Villach und das V-Bowl sperren nicht mehr auf. Der letzte Betriebstag war der Kirchtagssonntag – damit
schließen Kärntens größte Diskothek nach 18 und die Bowling-Arena nach 17 Jahren.

von Yvonne Schmid-Berger
3 Minuten Lesezeit(511 Wörter)
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Zum Abschluss richtet der Betreiber den Blick nicht auf das Ende, sondern auf die Bilanz.

Der V Club in Zahlen

  • Besucher: rund 1,2 Mio. Gäste
  • Veranstaltungen: rund 1.800 Partynächte
  • Umsatz: rund 40 Mio. Euro Umsatz
  • Liter Getränke: rund 1,4 Mio. Liter ausgeschenkte Getränke
  • Mitarbeiter: rund 700 Mitarbeiter
  • Steuerleistung: mehr als 10 Mio. Euro Steuern und Abgaben
  • Kindergeburtstage: rund 7.500 Kindergeburtstage
  • Sicherheitsmitarbeiter im Einsatz: bis zu 16 Security pro Nacht
  • Betriebsjahre: 18 Jahre
  • Fläche: 2.000 m² Eventfläche

Von Gabry Ponte bis Sido

Eröffnet im Oktober 2008, holte der Club schon einen Monat später mit Gabry Ponte den ersten internationalen Namen nach Villach. Es folgten Felix Jaehn, Headhunterz, Javi Mula und Darren Bailie im Asia Club, dazu Sido, Kay One, Pietro Lombardi, Groove Coverage, Hannah, Mickie Krause, Isi Glück und Calvin Kleinen. In der Tanzarena Colosseum standen Oliver Haidt, Petzenbluat, Die Draufgänger und Die jungen Zillertaler auf der Bühne.

Die Wiesn am Parkplatz und die letzte Nacht vor der Matura

Ab 2016 brachte das Team zudem das Villacher Oktoberfest zurück in die Stadt: Vier Jahre in Folge verwandelte ein Festzelt am Parkplatz des V-Centers das Areal in eine Wiesn – bei freiem Eintritt und an allen Abenden voll besetzt. Auf der Bühne standen Meilenstein, die Fegerländer, Hannah, Die jungen Wernberger, Die Powerkryner, Die Lauser, Petutschnig Hons und Vanessa Dollinger, den Frühschoppen moderierte Manfred Tisal. Später lebte die Wiesn als Oktoberfest-Party im Club weiter. Und für eine ganze Generation Kärntner Maturantinnen und Maturanten war „CRASH“ fixer Bestandteil des Schulabschlusses: Seit 2016 feierten rund 15.000 junge Leute bei der Matura-Party, in manchen Jahren an zwei aufeinanderfolgenden Nächten.

17 Jahre V-Bowl: Sportstätte, Turnierbahn und 50.000 Kindergeburtstagskinder

2009 eröffnet, war das V-Bowl mit seinen acht vollautomatischen Brunswick-Bahnen Kärntens zweitgrößte Bowlinganlage – und weit mehr als ein Freizeitbetrieb: Als Heimbahn der V-Bowlers und Austragungsort zahlreicher Firmen- und Bowlingturniere war es 17 Jahre lang fixe Sportstätte der Region. Vor allem aber war das V-Bowl der Kindergeburtstags-Klassiker schlechthin: Rund zehn Geburtstagsfeiern pro Woche mit jeweils fünf bis zehn Kindern – hochgerechnet über 17 Jahre sind das rund 7.500 Kindergeburtstage, bei denen mehr als 50.000 Kinder gefeiert haben. Auch das V-Bowl schließt gemeinsam mit der V-Club Gastro GmbH.

Mehr als ein Ort zum Feiern

Hinter den Zahlen steckt ein Betrieb, der sich zu einem wichtigen Arbeitgeber, Auftraggeber und Frequenzbringer entwickelt hat. Getränkelieferanten, Sicherheitsdienste, Veranstaltungstechniker, Taxiunternehmen – zahlreiche regionale Betriebe hingen mit dran. Ein besonderer Dank gilt dabei den eigenen Leuten: Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren seit der Eröffnung 2008 durchgehend im Team – 18 Jahre Treue zum Haus. „Wir möchten nicht, dass nur über die Schließung gesprochen wird“, heißt es vom Betreiber. „Viel wichtiger ist, was wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitern, Partnern und Gästen aufgebaut haben.“

Bild auf 5min.at zeigt ein Werbefoto von V-Club
©V-Club |
Die Parties…
Bild auf 5min.at zeigt ein Werbefoto von V-Club.
©V-Club |
…im V-CLub waren legendär.
Foto auf 5min.at zeigt DJs und Partygäste im V-Club Villach.
©V-Club
Bild auf 5min.at zeigt V Bowl/Lounge
©V-Bowl/Lounge |
Auch der V-Bowl wird vermisst werden.

Das Nachtleben verändert sich

Der V-Club ist kein Einzelfall: Erst diese Woche wurde über das „Katapult“ in Sölden, eine der bekanntesten Diskotheken Tirols, der Konkurs eröffnet – auch dort werden die Nachwirkungen der Pandemie und ein verändertes Ausgehverhalten als Ursachen genannt. Gäste konsumieren weniger, kommen später und bleiben kürzer – genau dort, wo die Nachtgastronomie ihre Haupteinnahmen erzielt. Dazu kommen gestiegene Betriebskosten auf allen Ebenen. „Alles in allem ist es eine rein wirtschaftliche Situation, die zu dieser Entscheidung geführt hat“, so der Betreiber gegenüber 5 Minuten Villach. Der Dank gehe an alle Mitarbeiter, Wegbegleiter, Partner und die vielen Gäste aus 18 Jahren.

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