Sonnenfinsternis in Kärnten: Verhindert Wetter eine gute Sicht?
Viele Österreicher freuen sich auf das bevorstehende Himmelsereignis. Doch wie sieht dazu die Wetterlage im südlichsten Bundesland aus? Wir haben mit einem Wetterexperten gesprochen.
Voller Vorfreude blicken viele Kärntner der heute stattfindenden Sonnenfinsternis entgegen. Besonders der Blick nach Westen ist hier ausschlaggebend, da dort die Sonne untergeht. Doch wie sieht es laut aktueller Prognose am Abend generell wettertechnisch aus? 5 Minuten hat mit Gerhard Hohenwarter, Wetterexperte der Geosphere Austria, gesprochen.
Sonnenfinsternis: Machen Quellwolken einen Strich durch die Rechnung?
„Es ist leider noch immer eine ganz knappe Sache, weil wir im Westen Kärntens und in Osttirol noch Quellwolken haben“, so der Meteorologe. Das Entscheidende für den Abend sei, ob die Quellbewölkung rechtzeitig zusammenfällt oder eben nicht. Ganz genau, kann das derzeit noch nicht gesagt werden.
Sicht auf die Sonnenfinsternis
Generell könnte es in Kärnten große Unterschiede geben, ob man die Finsternis zu sehen bekommt oder nicht. Der Sonnenuntergang in den Kärntner Tälern ist circa um 19.30 Uhr. „Im Norden stehen die Chancen besser, doch hier hat man das Problem, dass man relativ hoch hinaus muss“, so Hohenwarter, denn man braucht ja einen Punkt, von wo aus man die Sonne um 19.45 oder 20 Uhr noch sehen kann. „Der Höhepunkt der Sonnenfinsternis ist um 20.15 circa, da müsste man eventuell am Berg sein“, teilt der Wetterexperte weiter mit.
Freier Blick nach Westen entscheidend
Auch wenn es beispielsweise im Klagenfurter Becken heute wolkenlos ist, würde es laut Hohenwarter nicht viel bringen, wenn im Westen, wo die Sonne untergeht noch Wolken sind. Für Villach stehen die Chancen nicht besonders, „weil die Sonne in den meisten Regionen der Stadt schon um 19.45 Uhr untergegangen ist.“ So müsse man, wenn dann hohe Punkte besuchen, wie beispielsweise den Dobratsch, den Mirnock oder auch den Tabor, denn am Faaker See geht die Sonne erst um kurz vor 20 Uhr unter. Doch betont Hohenwarter, dass man trotz allem immer einen freien Blick nach bzw. keine Wolken im Westen braucht, um etwas zu sehen.
Höhepunkt der Sternschnuppen
Doch zur Freude vieler ist die Sonnenfinsternis heute nicht das einzige „Highlight“ am Himmel. Es folgt nämlich der Höhepunkt der „Perseiden“-Sternschnuppen. Der Meteorstrom hat seinen Namen vom Sternbild „Perseus“ und heuer könnte man besonders viele sehen, denn das Mondlicht stört nicht. „Heute haben wir den Neumond, daher keine Lichtquelle und klare, trockene Luft“, weiß Hohenwarter. Die Perseiden sieht man ab 22 Uhr, der Höhepunkt ist aber eher in der zweiten Nachthälfte. „Morgen dürfte Sicht sogar fast noch besser sein“, heißt es abschließend.