Waldbrand in Norditalien: „Wasserentnahmen so lange uns Friaul braucht“
Seit über einer Woche wüten nahe Tolmezzo schwere Waldbrände. Kärnten unterstützt die betroffene Nachbarregion Friaul mit täglichen Löschflügen und Wasserentnahmen aus dem Weissensee.
In der Region rund um Tolmezzo wüten seit mehr als einer Woche schwere Waldbrände. Die Folgen für die lokale Bevölkerung sind gravierend: Neben evakuierten Ortschaften beeinträchtigt die starke Rauchentwicklung das tägliche Leben massiv.
Grenzenloser Hilfseinsatz
„Es geht nicht allein um die Brandkatastrophe in den Wäldern um Tolmezzo, es geht um die Bevölkerung vor Ort, die zum Teil nicht ins Freie kann, oder dafür ihre Atemorgane mit Masken schützen muss, die ihre Häuser und Wohnungen nicht belüften kann. Grenzenloser Hilfseinsatz in Kataststrophenfällen ist für Kärnten, für unsere Region, selbstverständlich,“ sagt Landeshauptmann Daniel Fellner Der Kärntner Katastrophenschutzreferent betont zusätzlich, dass die Wasserentnahmen so lange fortgesetzt werden, wie die Unterstützung in Friaul benötigt wird. Während des mittlerweile seit fünf Tagen andauernden Hilfseinsatzes stehen die Behörden in kontinuierlichem Austausch.
Regen, „den sie dringend brauchen“
„Am 10. August wurde Kärnten das erste Mal um Hilfe gebeten, seit 13. August kommen die Löschflugzeuge täglich. Auch Flugzeuge aus Slowenien waren im Einsatz, um dem Brand zu Leibe zu rücken. Ich danke von Seiten des Landes allen, die hier für einen reibungslosen Ablauf sorgen und seit Tagen dafür im Dienst stehen“, so Fellner. Ein Mitarbeiter von der Landesalarm- und warnzentrale sei für die Kollegen aus der italienischen Region immer erreichbar, er sei auch vor Ort am Weissensee. 150 Personen wurden in Friaul zusätzlich zur Brandbekämpfung herangezogen. „Den Kollegen im Friaul wünschen wir den nun prognostizierten Regen, den sie dringend brauchen“, so Fellner.
168.000 Liter Löschwasser aus dem Weissensee
Bis zum sechsten Einsatztag wurden bei 31 Flügen insgesamt 168.000 Liter Löschwasser aus dem Weissensee aufgenommen. Fachleute merken dazu an, dass erst 3.100 Wasserentnahmen durch Canadair-Löschflugzeuge nötig wären, um den Wasserspiegel des Weissensees um einen Zentimeter zu absenken.