Vier Bahnübergänge auf engem Raum: ÖBB und Gemeinde prüfen Auflassung
Vier Bahnübergänge auf nur 2,4 Kilometern: In Lurnfeld prüfen die ÖBB derzeit gemeinsam mit der Gemeinde, wie es mit den Eisenbahnkreuzungen weitergeht. Auch eine Auflassung der Übergänge steht dabei im Raum.
In der Marktgemeinde Lurnfeld sorgt derzeit die Zukunft mehrerer Bahnübergänge für Gesprächsstoff. Auf einem lediglich rund 2,4 Kilometer langen Abschnitt befinden sich gleich vier technisch gesicherte Eisenbahnkreuzungen mit Gemeindestraßen. Vor allem Anrainer und landwirtschaftlicher Verkehr nutzen die betroffenen Straßen.
ÖBB: Auch Reduktion wird geprüft
5 Minuten hat deshalb bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) nachgefragt, ob tatsächlich Bahnübergänge verschwinden könnten. Eine konkrete Auflassung bestätigt das Unternehmen derzeit nicht. Vom Tisch ist eine solche Lösung aber ebenfalls nicht. „Derzeit führt die ÖBB Infrastruktur gemeinsam mit den zuständigen Straßenbaulastträgern Abstimmungen zu den Eisenbahnkreuzungen im Gemeindegebiet von Lurnfeld“, erklärt ÖBB-Pressesprecherin Rosanna Zernatto-Peschel. Dabei gehe es um mögliche Verbesserungen der bestehenden Übergänge, aber auch um Alternativen. Erst nach diesen Gesprächen könne beurteilt werden, ob eine „Reduktion von Eisenbahnkreuzungen unter Setzung von Ersatzmaßnahmen“ infrage komme.
Warum werden die Übergänge überhaupt überprüft?
Hintergrund ist die sogenannte Eisenbahnkreuzungsverordnung. Sie regelt unter anderem, wie Bahnübergänge gesichert werden müssen. Österreichweit müssen Eisenbahnkreuzungen bis spätestens 1. September 2029 überprüft werden. Die ÖBB führen die Gespräche in Lurnfeld also im Rahmen dieser Vorgaben.
Viele offene Fragen
Ob bzw. welche der vier Kreuzungen erhalten bleiben und wo Änderungen notwendig werden könnten, steht damit derzeit noch nicht fest. Auch zur Frage nach möglichen Ersatzwegen oder dazu, ob Anrainer bei einer Auflassung künftig weitere Strecken zurücklegen müssten, gibt es noch keine konkreten Angaben. Ebenso offen bleibt vorerst die Kostenfrage. Zu den derzeitigen Kosten der vier Bahnübergänge beziehungsweise zu notwendigen Investitionen für deren langfristigen Erhalt nannten die ÖBB auf unsere Anfrage keine Zahlen.
Gemeinde entscheidet im September über weiteres Vorgehen
Wie es in Lurnfeld weitergeht, hängt jedoch nicht nur von den ÖBB, sondern auch von der Gemeinde selbst ab, die bei Sicherung und Erhaltung der Kreuzungen mitzahlen muss. „Die weiteren Abstimmungen erfolgen in enger Abstimmung mit der Gemeinde und den zuständigen Stellen. Erst danach können mögliche weitere Planungen (Möglichkeiten zur Reduktion von Eisenbahnkreuzungen unter Setzung von Ersatzmaßnahmen) beurteilt werden“, so die ÖBB abschließend.