Sichtungen häufen sich: Strahlende Tarantel in Kärnten auf dem Vormarsch
Das wärmere Klima begünstigt die Ausbreitung der Strahlenden Tarantel (Hogna radiata) in Kärnten. Die Fundmeldungen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.
„Nach der Roten Liste gefährdeter Tiere Kärntens wurde die Strahlende Tarantel erstmals 2001 am Kultererkogel in Kärnten nachgewiesen“, erklärt Laura Waldner, Abteilungsleiterin Zoologie im kärnten.museum. Inzwischen gibt es deutlich mehr Exemplare im südlichsten Bundesland Österreichs. „Sie profitiert von der Klimaerwärmung – und breitet sich zunehmend aus“, so die Expertin.
Funde vor allem in Unterkärnten
Speziell in Unterkärnten gibt es immer wieder Sichtungen der Spinnenart. „Laut dem Naturschutzbund gibt es aber auch einen Fund aus der Unterschütt“, hebt Waldner hervor. Optisch fällt die Strahlende Tarantel durch ihre beachtliche Größe und den braunen Vorderkörper auf, der von einem hellen Mittelstreifen sowie strahlenförmigen Seitenstreifen geprägt wird. Ein dunkler Herzfleck ziert die Oberseite des Hinterleibs, während die Unterseite des Bauches tiefschwarz gefärbt ist. Aufgrund dieses Erscheinungsbildes besteht eine hohe Verwechslungsgefahr mit anderen heimischen Wolfsspinnen sowie der weit verbreiteten Hauswinkelspinne.
Hast du eine Spinnenphobie?
Giftig, aber beißfaul
Die Tarantel verzichtet übrigens auf ein Spinnennetz und stellt ihren Beutetieren tagsüber am Boden nach. Wie die große Mehrheit ihrer Artgenossen ist auch sie giftig. „Giftig heißt aber nicht automatisch, dass sie auch für den Menschen giftig sind“, stellt Waldner fest. Tatsächlich würde ihr Biss sich eher wie ein Wespenstich anfühlen und lediglich eine leichte Rötung bzw. Schwellung hinterlassen. Zudem erklärt die Fachfrau: „Dass es zu einem Biss kommt ist sehr unwahrscheinlich, da Spinnen sehr ‚beißfaul‘ sind. Die Produktion von Gift verbraucht sehr viel Energie, daher gehen sie sparsam damit um.“
Fundmeldungen erbeten
Wer ein Tarantel-Exemplar im eigenen Zuhause entdeckt, sollte nicht in Panik geraten. Die Expertin rät dazu, die Spinne mithilfe eines Gefäßes einzufangen und draußen wieder auszusetzen. Wer das Tier in der Natur antrifft, lässt es am besten ungestört. Das kärnten.museum (Abteilung Zoologie) freut sich zudem über Fundmeldungen inklusive Foto, genauer Ortsangabe und Datum.