Auto oder Bahn? Kärntner haben eine klare Antwort
Immer mehr Kärntner lassen für bestimmte Wege das Auto stehen und nehmen stattdessen den Zug. Eine aktuelle VCÖ-Befragung zeigt, was den Umstieg besonders attraktiv macht – und wo noch Verbesserungsbedarf besteht.
Das Mobilitätsverhalten vieler Kärntner Bahnfahrer hat sich verändert. Beim VCÖ-Bahntest 2026 gaben 67 Prozent der Befragten aus Kärnten an, heute Strecken mit der Bahn zurückzulegen, für die sie früher ins Auto gestiegen sind. 27 Prozent haben demnach viele, weitere 40 Prozent zumindest manche Autofahrten auf die Schiene verlagert. An der Befragung nahmen insgesamt 351 Fahrgäste aus Kärnten teil.
Klimaticket macht den Unterschied
Der mit Abstand häufigste Grund für den Umstieg ist das Klimaticket. Für 68 Prozent der Umgestiegenen hatte dessen Erwerb einen sehr großen Einfluss. Ebenfalls entscheidend ist für viele die Zeit, die während einer Zugfahrt anders genutzt werden kann: 60 Prozent nannten die nutzbare Reisezeit als wichtigen Faktor. Verbesserungen des Bahnangebots spielten für 51 Prozent eine große Rolle, die Kosten des Autofahrens für 47 Prozent. Auch ein Wechsel des Arbeitsplatzes oder Ausbildungsortes beeinflusste die Verkehrsmittelwahl. „Kosten und Zeit sind zentrale Einflussfaktoren für die Verkehrsmittelwahl“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Im Zug könne die Fahrtzeit beispielsweise zum Lesen, Arbeiten, Ausruhen oder für die Beschäftigung mit den Kindern genutzt werden.
Noch mehr Kärntner würden das Auto stehen lassen
Das Potenzial für weitere Umstiege ist laut Befragung groß: 72 Prozent der Kärntner Bahnfahrgäste könnten sich vorstellen, zumindest manche ihrer derzeitigen Autofahrten künftig mit der Bahn zurückzulegen. 22 Prozent sprechen sogar von vielen Wegen. Dafür müsste sich allerdings einiges verbessern. Von jenen, die viele Autofahrten verlagern würden, nennen 61 Prozent eine kürzere Gesamtreisezeit als entscheidenden Faktor. Jeweils 58 Prozent wünschen sich häufigere Verbindungen beziehungsweise mehr Park-&-Ride-Plätze bei Bahnhöfen. Auch bessere Verbindungen außerhalb der Hauptverkehrszeiten sowie an Sonn- und Feiertagen könnten mehr Menschen zum Umstieg bewegen.
Nur wenige wechseln zurück zum Auto
In die andere Richtung fällt der Wechsel deutlich geringer aus. Nur 17 Prozent der befragten Kärntner Fahrgäste fahren heute zumindest manche Strecken mit dem Auto, die sie früher mit der Bahn zurückgelegt haben. Bei lediglich zwei Prozent betrifft das viele Strecken. Als Gründe dafür wurden vor allem ein schlechteres Bahnangebot, eine schlechtere Anbindung an den Bahnhof und längere Gesamtreisezeiten genannt. Der VCÖ sieht deshalb weiteres Potenzial im Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Neben guten Bahnverbindungen seien auch die Erreichbarkeit der Bahnhöfe und die Raumplanung in Gemeinden entscheidend dafür, wie häufig Menschen ihr Auto stehen lassen können.