Kult-Verkäufer: Früher verspottet, heute kennt ihn fast ganz Kärnten!
Ein steiniger Schulweg, spöttische Blicke und große Zweifel: Hannes Inzinger wurde früher oft unterschätzt. Wie er allen Kritikern die Stirn bot und als Kärntens bekanntester Wurstverkäufer bei Frierss seinen Weg ging.
Wenn Hannes Inzinger heute in einem der fünf Feinkostgeschäfte vom Traditionsbetrieb Frierss steht, direkt hinter den feinen Wurstwaren, wird jeder Einkauf zu einem echten Erlebnis. Wer das Kärntner Feinkost-Original in Aktion erlebt, sieht keinen gewöhnlichen Verkäufer, sondern einen Mann, der seinen Beruf mit jeder Faser seines Körpers lebt. Mit geschultem Schwung lässt er das Messer über den feinen Schinken gleiten und inszeniert jedes einzelne Produkt wie ein kleines Kunstwerk. Seine große Leidenschaft dabei: das Prosciutto-Schneiden.
Dabei schafft er im Handumdrehen eine persönliche Ebene zu seinen Kundinnen und Kunden. Hannes findet für jeden Menschen sofort den richtigen Ton, ob mit Kärntner Schmäh, Fachwissen oder einem ehrlichen Lächeln. Man spürt in jeder Sekunde, wie viel Leidenschaft hinter seiner Arbeit steckt. Er ist stolz darauf, Teil des Familienbetriebes zu sein: Das Unternehmen in 5. Generation gilt als Kärntens Feinkostspezialist mit über 150 Wurst- und Schinkenspezialitäten. Die fünf vielfach ausgezeichneten Standorte stehen für Top-Qualität, riesige Vielfalt und kompetente Beratung.
Der steinige Weg in der Schulzeit
Doch der Weg an die Spitze der Kärntner Genusswelt war alles andere als vorgezeichnet. Schon in der Volksschule kämpfte der gebürtige Klagenfurter mit schweren Hürden. Das Lernen fiel ihm schwer und Spott stand an der Tagesordnung. Ein Moment brannte sich tief in sein Gedächtnis ein, als er vor der gesamten Klasse hart kritisiert wurde: „Man hat mir damals direkt ins Gesicht gesagt, dass ich nicht klug genug sei und es zu nichts bringen würde.“ Eine Aussage, die ein Kind tief treffen könnte. Nicht so Hannes. Statt aufzugeben, entgegnete er der Pädagogin selbstbewusst: „Sie sind die Lehrerin. Lernen Sie mir es, damit ich es kann!“
Der erste große Triumph über die Zweifler
Hannes nutzte die Skepsis seines Umfelds als Ansporn für seinen weiteren Weg. Als sich Jahre später über ein Sonderprogramm die Chance bot, den regulären Hauptschulabschluss nachzuholen, büffelte er heimlich Tag und Nacht. Er wollte es sich selbst und allen anderen beweisen. Das Ergebnis war ein Abschluss mit Bravour. „Als das Ergebnis feststand und ich die Noten in der Hand hielt, war das ein unglaubliches Gefühl. Dieser Erfolg hat mir gezeigt, dass man mit Einsatz alles erreichen kann“, erinnert er sich stolz an diesen Wendepunkt.
Vom Plüschtier-Kaufmann im Kinderzimmer
Schon früh entdeckte der Kärntner nämlich sein wahres Talent, das in keinem Schulheft auftauchte: das Verkaufen. Bereits als kleiner Bub baute er im Wohnzimmer seinen eigenen Verkaufsladen auf, arrangierte Plüschtiere mit Preisschildern und verkaufte sie erfolgreich an die privaten Gäste der Familie. „Ich habe damals mit neun oder zehn Jahren fast 4.000 Schilling gespart. Von diesem Geld habe ich mir dann mein erstes großes 400-Liter-Aquarium gekauft“, erzählt er schmunzelnd. Sein Opa erkannte diese Gabe sofort und sagte zu ihm: „Hannes, du musst Verkäufer werden! Du hast das Zeug dazu, Menschen zu begeistern und mitzureißen.“
Gelerntes Handwerk und die ersten Schritte
Nach einer ersten Lehre im Einzelhandel bei einem Klagenfurter Elektriker merkte Hannes schnell, dass ihm das Präsentieren im Schauraum zwar lag, das Metier aber noch nicht das Richtige war. Erst danach fand er seinen eigentlichen Weg: „Bei Frau Mellitzer entdeckte ich meine tiefe Liebe zur Feinkost und begann dort meine Lehre“ schildert Hannes. Später landete er schließlich bei der traditionsreichen Fleischerei Frierss. Dort fand er auf Anhieb seine berufliche Heimat. Er lernte das Handwerk von der Pike auf und begriff schnell, worauf es hinter der Theke wirklich ankommt: die ehrliche Begeisterung für Qualität und den direkten Kontakt zu den Menschen.
Karriere bei Frierss: Die Geburt des „Aufschneiders“
Bei Frierss stieg Hannes mit einer Mischung aus Charme, Fachwissen und absoluter Hingabe vom Filialmitarbeiter zum außergewöhnlichsten Außendienstmitarbeiter auf. Er reiste durch ganz Österreich, nach Deutschland, Italien und in die Schweiz, um die Spezialitäten des Hauses zu präsentieren. Dabei ging er nie gewöhnlich vor. Er baute riesige Stände auf, begeisterte mit seiner immer schön aufpolierten Prosciuttomaschine und verwandelte einfache Verkostungen in echte Shows mit Erlebnischarakter.
Seine Prosciutto-Verkostungen bei Veranstaltungen wurden schnell legendär, denn diese besondere Spezialität der Region hat es ihm besonders angetan. Das besonders aufwändige Handwerk in der Rohschinkenmanufaktur, 40 Jahre Erfahrung, die lange Reifung von 14 Monaten und die ursprüngliche Reifestätte im Schloss Treffen, stehen für eine außergewöhnliche Geschichte. „Man muss den Kunden ein Gespür für das Produkt vermitteln. Ich wollte immer, dass die Menschen den Schinken nicht nur probieren, sondern die Geschichte dahinter verstehen“, erklärt Hannes. Es dauerte nicht lange, bis man ihm firmenintern und bei den Kunden den liebevollen Spitznamen „Der Aufschneider“ verpasste.
Durch die Pandemie zurück an die Filialtheke
„Ein Verkäufer muss den Kunden den Einkauf zu einem echten Erlebnis machen. Das war immer mein Ziel“, betont Inzinger. Als die Pandemie den Außendienst bremste, brachte Hannes seine besondere Beratungskompetenz mit Showcharakter wieder verstärkt in die Wurst- und Schinkentheken der Feinkostgeschäfte von Frierss. Ob der beliebte Nockland-Whisky-Schinken, die traditionell gebratene Mortadella oder der Prosciutto Castello: Hannes machte aus jedem Produkt ein Gesprächsthema. „Die Leute kommen heute zu mir an die Theke und sagen: ‚Aufschneider, deine Empfehlungen sind immer die besten!‘ Das macht mich unheimlich stolz und zeigt mir, dass ich den richtigen Weg gegangen bin.“
Herzblut, Ausdauer und Begeisterung
Von den früheren Zweifeln an seinen Fähigkeiten ist heute nichts mehr übrig. Hannes Inzinger hat bewiesen, dass Schulnoten wenig über das wahre Potenzial eines Menschen aussagen. Mit Herzblut, Ausdauer und einer großen Portion Begeisterung hat er sich seinen Platz als Kärntens bekanntester Wurstverkäufer erarbeitet und lässt damit jeden ehemaligen Kritiker endgültig verstummen.
Viele Kärntnerinnen und Kärntner kennen das Feinkost-Original bereits persönlich und schätzen seine Tipps. Wer Hannes bisher noch nicht erlebt hat, sollte einfach in den Frierss-Filialen vorbeischauen. Dort wird man bestens beraten, ob vom „Aufschneider“ höchstpersönlich oder von einem der kompetenten Frierss Feinkostmitarbeiterinnen oder Mitarbeiter.