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Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Das AMS
Die Arbeitslosigkeit in Kärnten ist wieder angestiegen.

Arbeitslosigkeit steigt: Deutlich mehr offene Stellen in Kärnten

In Kärnten ist die Arbeitslosigkeit im August 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent gestiegen. Insgesamt waren 15.652 Personen beim AMS als arbeitslos vorgemerkt, womit die Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent liegt.

von Amélie Meier Das Foto auf www.5min.at zeigt die Mitarbeiterin Amelie Meier von 5min.at
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Damit verzeichnet Kärnten nach Wien den zweitniedrigsten Anstieg im Bundesländervergleich. Der Gesamtstand der unselbstständig Beschäftigten bleibt mit rund 228.000 Personen weiterhin stabil.

Deutlich mehr offene Stellen

Auffällig zeigt sich der Kärntner Arbeitsmarkt bei den Stellenangeboten: Die Zahl der sofort verfügbaren offenen Stellen legte im Vergleich zum August des Vorjahres um 18,8 Prozent auf insgesamt 6.228 zu. Besonders stark gesucht werden Arbeitskräfte in Hilfsberufen (+62,1 Prozent), am Bau (+30,4 Prozent) sowie im Bereich Metall und Elektro (+24,8 Prozent).

Anstieg bei Jugendlichen und Frauen

Ein Plus bei den Arbeitslosenzahlen verzeichnen vor allem die über 50-Jährigen (+3,9 Prozent) und Langzeitarbeitslose (+5,8 Prozent). Unter dem österreichweiten Schnitt liegt Kärnten jedoch bei Jugendlichen unter 25 Jahren mit einem Zuwachs von 5,1 Prozent. Innerhalb dieser Gruppe sind besonders junge Frauen zwischen 20 und 24 Jahren betroffen, wo ein Plus von 10,1 Prozent registriert wurde. Auf Bezirksebene stieg die Arbeitslosigkeit in Wolfsberg (+7,0 Prozent) und Feldkirchen (+6,2 Prozent) am stärksten, während in Hermagor (-9,2 Prozent) und St. Veit/Glan (-5,5 Prozent) Rückgänge verzeichnet wurden.

Statement von den NEOS

NEOS Kärnten-Sprecher Janos Juvan: „Wer neue Arbeitsplätze schaffen will, darf die Wirtschaft nicht weiter belasten. Die Landesregierung ist gefordert, im System zu sparen, Bürokratie abzubauen und verantwortungsvoll mit Steuergeld umzugehen. Die gewonnenen Spielräume müssen genützt werden, um die Betriebe zu entlasten und so Wachstum und neue Jobs zu ermöglichen.“

Das sagt die Arbeiterkammer

Die AMS-Zahlen für August zeigen: In Kärnten sind 15.652 Menschen arbeitslos gemeldet, 2.473 Personen befinden sich in Schulungen. Die Zahl der offenen Lehrstellen liegt bei 524, während 604 Jugendliche einen Ausbildungsplatz suchen. „Wenn wir über Arbeitslosigkeit sprechen, müssen wir gleichzeitig über Ausbildung sprechen. Ohne gut ausgebildete Lehrlinge werden die Arbeitslosenzahlen künftig steigen, der Fachkräftemangel wird größer“, sagt AK-Präsident Günther Goach. Die Lehre ist und bleibt einer der wichtigsten Hebel, um dem Fachkräftemangel langfristig entgegenzuwirken. Für die Arbeiterkammer Kärnten ist klar, dass Ausbildung und Qualifizierung die Basis für die Fachkräfte von morgen bilden und damit die Lehre ein wesentlicher Standortfaktor für die heimische Wirtschaft ist. Nur wenn ausreichend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen, können Unternehmen investieren, wachsen und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Mehr Lehrlinge suchen

Doch die aktuelle AMS-Statistik zeigt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren im August 2026 mit 604 um 10,2 Prozent mehr Lehrlinge auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle, während die offenen Lehrstellen um 3,1 Prozent auf 524 gesunken sind. Goach verweist auf mehrere Gründe, warum Jugendliche und Betriebe nicht so einfach zusammenfinden: „Ein Jugendlicher aus Wolfsberg kann nicht einfach eine Lehre in Spittal beginnen. Fehlende Öffi-Verbindungen, lange Wege und hohe Kosten machen viele Ausbildungsplätze faktisch unerreichbar.“ Hohe Mieten erschweren den Berufseinstieg zusätzlich, und psychische Belastungen wie Zukunftssorgen oder Überforderung beeinflussen die Entscheidung für eine Lehre und die Stabilität während der Ausbildung.

Statement Team Kärnten

„Die SPÖ/ÖVP-Landesregierung darf sich ob der Entwicklungen am Kärntner Arbeitsmarkt nicht mehr länger wegducken und muss endlich Akzente setzen“, betont Team Kärnten-Chef Bgm. Gerhard Köfer in einer Reaktion auf die aktuellen Arbeitsmarktdaten für August: „Die Anzahl an Arbeitslosen ist in diesem Monat um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Negativ auffällig sind auch steigende Arbeitslosigkeit in der Gruppe der über 50-Jährigen mit einem Plus von 3,9 Prozent und bei den Langzeitarbeitslosen, wo der Zuwachs knapp sechs Prozent beträgt.“ Andererseits sei auffällig, dass die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum August 2025 um 18,8 Prozent zugenommen habe: „Das zeigt, dass in Blickrichtung Qualifizierung mehr unternommen werden muss aber auch, was das Missverhältnis am Arbeitsmarkt zwischen offenen Stellen und Ausbildung betrifft.“ Auch dass junge Frauen mit einem Plus von 10,1 Prozent stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind, ist ein klarer Handlungsauftrag. Köfer erwartet, dass die Regierung endlich tätig wird: „Kärnten braucht Impulse, Investitionen und einen Booster, was die Bildung betrifft. Die Abstimmung zwischen dem Bildungssystem und den Unternehmen muss sich entscheidend verbessern.“ Eklatanten Handlungsbedarf sieht Köfer auch im Lehrlingsbereich: „Die Anzahl an sofort verfügbaren Lehrstellen ist mit 3,1 Prozent weiter zurückgegangen während mehr Jugendliche einen Job suchen. Die Anzahl an Lehrstellensuchenden hat sich überhaupt um über zehn Prozent gesteigert.“ Köfer setzt sich daher weiter entschlossen für eine Lehrlingsoffensive ein: „Die Situation der Lehre ist insgesamt angespannt, sowohl was das Lehrstellenangebot einerseits wie auch die verfügbaren zukünftigen Lehrlinge betrifft. Kärnten braucht ein Maßnahmenpaket, um die Lehre attraktiver zu machen, mehr Lehrplätze zu schaffen und unser Ausbildungssystem zukunftsfit aufzustellen. Betriebe, die ihre Lehrstellenangebote zurückfahren, dürfen wir nicht einfach ziehen lassen, wir müssen sie gezielt ansprechen, unterstützen und wieder motivieren, auszubilden.“

Das sagt die FPÖ:

Als „Hiobsbotschaft für Kärnten“ bezeichnet FPÖ-Klubobmann Erwin Angerer die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. Die Zahl der Arbeitslosen ist nämlich im August 2026 in Kärnten im Vergleich zum August 2025 um 2,3 Prozent gestiegen. „Die aktuellen Probleme sind zu einem großen Teil hausgemacht. Denn sowohl Kärnten als auch Österreich werden durch die schlechte Wirtschaftspolitik von ÖVP und SPÖ wirtschaftlich an die Wand gefahren. Leidtragende dieses Abwärtstrends sind die Arbeitnehmer und die Betriebe“, kritisiert Angerer. Zu den größten Belastungen für die Unternehmen gehörten weiterhin die hohen Energiepreise. Hier müsse angesetzt werden. Der FPÖ-Klubobmann fordert daher rasche Entlastungsmaßnahmen: „Die Energiekosten müssen umgehend gesenkt werden, damit die Wirtschaft wieder anspringt, dadurch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden und somit der Lebensstandard steigt. Denn mehr Betriebe bedeuten auch mehr Wohlstand.“ Mit einer fatalen Finanz- und Wirtschaftspolitik und einer von Klimahysterie getriebenen Energiepolitik habe man auf Bundesebene den Standort Österreich massiv geschwächt. Österreich sei im internationalen Vergleich immer weniger wettbewerbsfähig. „Gleichzeitig hat in Kärnten die jahrelange Schulden- und Finanzpolitik von SPÖ und ÖVP dazu geführt, dass dem Land heute der finanzielle Spielraum fehlt, um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gegenzusteuern“, so Angerer abschließend.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 01.09.2026 um 13:49 Uhr aktualisiert
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