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/ ©Fotomontage Canva/Bettina Nikolic
Das Bild auf 5min.at zeigt einen Mann mit einer Kiste und im Hintergrund das AMS Klagenfurt.
Besonders bei Frauen, älteren Menschen und Langzeitarbeitslosen liegen die Zahlen über dem Vorjahresniveau.

Arbeitslosigkeit in Kärnten steigt: Diese Gruppen trifft es am stärksten

Die Arbeitslosigkeit in Kärnten steigt weiter leicht an – einige Gruppen sind davon allerdings deutlich stärker betroffen als andere. Auffällig ist auch die Entwicklung in einzelnen Berufsgruppen.

von Gerrit Tscheru Das Bild auf 5min.at zeigt Gerrit Tscheru.
3 Minuten Lesezeit(715 Wörter)
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Im September 2026 waren in Kärnten 15.277 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 463 Personen beziehungsweise 3,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, wie aktuelle Vergleichszahlen des AMS Kärnten zeigen. Bei Frauen fiel der Anstieg mit fünf Prozent deutlich stärker aus als bei Männern mit 1,5 Prozent. Das AMS führt das unter anderem auf eine sinkende Nachfrage im Bürobereich zurück.

Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent

Zusätzlich befanden sich 3.185 Menschen in Schulungen. Weil deren Zahl gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent gesunken ist, fällt der Anstieg bei Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern zusammen geringer aus: Insgesamt waren es 18.462 Personen und damit 1,2 Prozent mehr als im September 2025. Die Arbeitslosenquote liegt vorläufig bei 6,4 Prozent.

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Langzeitarbeitslosigkeit steigt deutlich

Auch in Hinblick auf das Alter zeigen sich Unterschiede. Bei den unter 25-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit um 4,7 Prozent auf 1.678 Personen. Noch stärker war der Zuwachs bei den über 50-Jährigen: Hier waren 5.696 Menschen arbeitslos, 5,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei Menschen aus, die bereits länger als ein Jahr arbeitslos sind. Ihre Zahl erhöhte sich um 9,1 Prozent auf 2.642.

Gesundheits- und Büroberufe mit kräftigem Plus

Große Unterschiede gibt es auch zwischen den Berufsgruppen. Den stärksten Anstieg unter den ausgewiesenen Bereichen verzeichnet das AMS bei den Gesundheitsberufen: Hier waren 786 Menschen arbeitslos, ein Plus von 13,4 Prozent. Bei den Büroberufen stieg die Zahl um 8,3 Prozent auf 2.083, bei technischen Berufen um 8,1 Prozent auf 798. In der Reinigung beträgt das Plus 6,9 Prozent, im Bau 6,7 Prozent. Rückgänge gab es hingegen unter anderem bei Holzberufen mit minus zwölf Prozent sowie im Metall- und Elektrobereich mit minus 6,4 Prozent.

In Wolfsberg größter Anstieg

Auf Bezirksebene stieg die Arbeitslosigkeit am stärksten in Wolfsberg: Dort waren im September 883 Personen arbeitslos gemeldet, 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Dahinter folgen Feldkirchen mit plus 5,3 Prozent, Klagenfurt mit plus 4,3 Prozent und Völkermarkt mit plus 4,1 Prozent. In zwei Bezirken ging die Zahl dagegen zurück: In Hermagor sank sie um 8,9 Prozent auf 256 Arbeitslose, in St. Veit an der Glan um 4,1 Prozent auf 1.131.

Deutlich mehr offene Stellen

Während die Arbeitslosigkeit leicht steigt, werden gleichzeitig mehr freie Jobs gemeldet. Ende September waren beim AMS Kärnten 6.140 sofort verfügbare offene Stellen registriert – 778 beziehungsweise 14,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Besonders stark nahm das Stellenangebot laut AMS im Metall- und Elektrobereich zu.

Positiver Trend

Der Blick auf das gesamte bisherige Jahr fällt für unser Bundesland nicht so schlecht aus: In den ersten drei Quartalen 2026 lag die Zahl der Arbeitslosen inklusive Schulungsteilnehmer in Kärnten um 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Österreichweit wurde im selben Zeitraum hingegen ein Anstieg von 1,5 Prozent verzeichnet.

AK fordert Maßnahmen gegen regionales Job-Gefälle

Die Arbeiterkammer Kärnten sieht vor allem bei den regionalen Unterschieden Handlungsbedarf. Während die Arbeitslosigkeit etwa in Hermagor und St. Veit zurückging, stieg sie in Wolfsberg und Feldkirchen deutlich. Gleichzeitig waren kärntenweit 6.140 offene Stellen gemeldet. „Wenn gleichzeitig die Zahl der offenen Stellen stark steigt und in einzelnen Bezirken immer mehr Menschen Arbeit suchen, muss genauer hingeschaut werden“, sagt AK-Präsident Günther Goach. Die AK fordert deshalb gezielte Wirtschafts- und Arbeitsmarktimpulse in den betroffenen Regionen. Zudem müssten Arbeitsplätze für Arbeitssuchende besser erreichbar sein – etwa durch bessere öffentliche Verkehrsverbindungen und leistbare Mobilitätsangebote.

NEOS will Betriebe entlasten

Als Reaktion auf die Bekanntmachung der gestiegenen Arbeitslosenzahlen in Kärnten erklärt NEOS-Landessprecher Janos Juvan: „Wer neue Arbeitsplätze schaffen will, darf die Wirtschaft nicht weiter belasten. Die Landesregierung muss bei sich selbst den Gürtel enger schnallen, Bürokratie abbauen und verantwortungsvoll mit Steuergeld umgehen. Die gewonnenen Spielräume müssen genützt werden, um die Betriebe zu entlasten und so wieder Wachstum und neue Jobs zu ermöglichen.“

FPÖ: „Haben wir Rot-Schwarz zu verdanken“

Auch seitens der FPÖ wurde auf die neue Arbeitslosenstatistik reagiert. Klubobmann Erwin Angerer macht SPÖ und ÖVP für den Anstieg verantwortlich: „Die kritische Situation am Arbeitsmarkt haben wir der wirtschaftsfeindlichen Politik von Rot-Schwarz zu verdanken. Wenn Unternehmen mit hohen Energiepreisen, ausufernder Bürokratie und immer mehr Abgaben und Auflagen zu kämpfen haben, hat das natürlich einen negativen Effekt auf die Arbeitsplätze in unserem Land. Unser Wohlstand wird an die Wand gefahren.“

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 01.10.2026 um 14:10 Uhr aktualisiert
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