Steigender Bedarf an Inklusion und Hitzeschutz: Kärnten nimmt Bund in die Pflicht
Bei der LandeselementarpädagogInnen- und LandesbildungsreferentInnen-Konferenz hat der Kärntner Bildungsreferent LR Peter Reichmann vom Bund deutlich mehr Unterstützung gefordert.
Angesichts steigender Bedarfe bei inklusiven Maßnahmen braucht es mehr personelle und finanzielle Ressourcen, um die Angebote in den Einrichtungen aufrechtzuerhalten und auszubauen. LR Peter Reichmann mahnt, dass eine etwaige Ausweitung des verpflichtenden Kindergartenjahres auf zwei Jahre zwingend mit einer entsprechenden finanziellen Absicherung einhergehen müsse: „Mehr Verpflichtung muss auch mehr Verantwortung bedeuten – und zwar nicht nur für Länder und Gemeinden, sondern auch für den Bund. Wer sinnvollerweise ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr einführen will, muss dafür sorgen, dass die notwendigen personellen, räumlichen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden“, fordert Reichmann.
Bedarf liegt bei 5,1 Prozent
Auch für den Schulbereich verlangt die Initiative der Bildungsreferenten Anpassungen durch den Bund. Konkret geht es um die Aktualisierung des rund 30 Jahre alten Berechnungsschlüssels für das Lehrpersonal bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Dieser liegt derzeit bei einer Deckelung von 2,7 Prozent, während der tatsächliche Bedarf laut Reichmann bereits bei 5,1 Prozent liegt. „Hier liegt der Satz derzeit bei 2,7 Prozent. Der tatsächliche Bedarf liegt aber bei 5,1 Prozent“, betont Reichmann. Zur Bekämpfung des Fachkräftemangels im Bereich der Kinderbetreuung regen die Kärntner Initiativen zudem eine Modernisierung des BAfEP-Lehrplans sowie erweiterte Anstellungserfordernisse für Hortpädagogik an, um auch weitere geeignete Berufsgruppen heranziehen zu können.
Klimafitte Bildungseinrichtungen
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die zunehmende Hitzebelastung in den Betreuungseinrichtungen. Kärnten fordert den Bund auf, Hitzeschutzmaßnahmen an eigenen Schulgebäuden umzusetzen und andere Schulerhalter finanziell bei entsprechenden Investitionen zu unterstützen. Neben der Diskussion über ein mögliches Vorverlegen der Sommerferien geht es dabei vor allem um bauliche und nachhaltige Anpassungen wie Beschattung, Begrünung oder geeignete Kühlsysteme. „Hohe Temperaturen in Klassen- und Gruppenräumen sind längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Wenn wir über gute Lern- und Arbeitsbedingungen sprechen, müssen wir deshalb auch über wirksamen Hitzeschutz sprechen“, betont Reichmann. Die Verantwortung für klimafitte Bildungseinrichtungen dürfe nicht allein bei den Ländern und Gemeinden hängen bleiben.