Kurios: Ex-Häftling schmuggelte mit einer Zwiebel Handys ins Gefängnis
Was haben eine Zwiebel, Theraband und eine Wollschnur gemeinsam? Zumindest in Klagenfurt wurden damit Smartphones in die Justizanstalt geschmuggelt. Eine entsprechende Anleitung geht derzeit auf TikTok viral.
Acht Jahre lang verbrachte der TikToker, von dem das Video stammt, in der Justizanstalt Klagenfurt (JA). Im Zuge seines Aufenthaltes entwickelte er eine ausgeklügelte Taktik, um „heiße Ware“ in das Gefängnis zu schmuggeln. Alles was er dafür brauchte: eine Zwiebel, Theraband und eine Wollschnur.
„Schleuder“-Trick
„Wir hatten die einzige Zelle, die kein zweites Gitter vor dem Fenster hatte“, erklärt der Ex-Häftling in einem TikTok-Video, welches inzwischen mehr als 8.700 Aufrufe zählt. Zwischen den vorhandenen Gitterstäben brachte er damals elastisches Theraband an. Danach befestigte er eine Zwiebel an einer zirka 30 Meter langen Wollschnur. Ähnlich, wie bei einer Steinschleuder, spannte er die Gemüseknolle dann auf das Gymnastikband. „Ich habe die Zwiebel mit dem Terraband so lange hinausgeschossen, bis sie draußen auf der Straße gelandet ist.“ Dort wartete bereits ein Komplize.
Smartphones in Justizanstalt geschmuggelt
„Ein Freund von mir hat die Wollschnur draußen durch eine stabilere Schnur ersetzt.“ Diese zog der Häftling dann wieder zurück in seine Zelle. So konnte die „heiße Ware“ – es handelte sich um ein Paket mit mehreren Smartphones und Ladekabeln – transportiert werden. Eine Aufnahme der Schmuggel-Aktion präsentiert er ebenfalls im Zuge des TikTok-Videos.
„Das ist eine von 1.000 Möglichkeiten“
Für Oberstleutnant Harald Streicher ist dies nichts Neues, wie er auf Nachfrage von 5 Minuten bestätigt: „Das ist eine von 1.000 Möglichkeiten.“ Laut dem Mediensprecher der Justizanstalt Klagenfurt dürfte sich die Aktion vermutlich um das Jahr 2022 zugetragen haben. „Inzwischen ist das nicht mehr möglich, das zweite Fenstergitter wurde nun überall angebracht.“ Es gäbe jedoch immer wieder Vorfälle dieser Art. So würden Gegenstände auch im Darm der Häftlinge in die Justizanstalt geschleust werden. Ebenso in ausgehöhltem Gemüse von der Außenstelle oder im Zuge von Lieferungen. „Dabei wird die Schmuggelware zum Beispiel auf Paletten geklebt. Meist handelt es sich um Smartphones oder Drogen“, weiß Streicher.
Die Häftlinge telefonieren offenbar gerne.
Oberstleutnant Harald Streicher
Strafen drohen
Wird der Häftling ertappt, droht demjenigen eine Geldbuße sowie eine Ordnungsstrafe. „Härter trifft es übrigens den Außenstehenden, der beim Schmuggeln geholfen hat“, so der JA-Mediensprecher. Auch diese Person wird angezeigt. In der Haftanstalt werden übrigens täglich oberflächliche Kontrollen durchgeführt. Bei konkreten Verdachtsfällen werden die Zellen auch genauer unter die Lupe genommen.