105 Jahre Volksabstimmung: „Friede ist kostbar, aber auch zerbrechlich“
105 Jahre nach der Kärntner Volksabstimmung wurde am Freitag in Klagenfurt gefeiert. Im Mittelpunkt der Festreden standen der hohe Wert des Friedens und des Miteinanders in der heutigen Zeit.
Im Gedenken an die Kärntner Volksabstimmung am 10. Oktober vor 105 Jahren fanden am Freitag die traditionellen Feierlichkeiten am Friedhof Annabichl und im Landhaushof in Klagenfurt statt. Begleitet von Musik, Chören und Traditionsverbänden hielten Landeshauptmann Peter Kaiser, Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider und Landtagspräsident Reinhart Rohr Festreden anlässlich des historischen Tags – und mahnten in Zeiten internationaler Konflikte zu Zusammenhalt und Frieden.
Friede ist nicht selbstverständlich
Bürgermeister Christian Scheider erinnerte daran, dass die Volksabstimmung 1920 den Menschen in Kärnten das Recht gab, über ihre Heimat selbst zu entscheiden: „Vor 105 Jahren erhielten die Bürgerinnen und Bürger das Grundrecht, über ihre Heimat zu bestimmen. Heute sind wir stolz auf unsere Tradition und Wurzeln, aber auch offen für die Entwicklung. Man darf die eigenen Wurzeln niemals vergessen, ist aber angehalten, die Äste und Zweige in die Zukunft wachsen lassen.“ Des Weiteren ermahnt er in Anbetracht der wachsenden Konflikte auf der Welt, Frieden nicht als etwas Selbstverständliches hinzunehmen: „Der Friede ist kostbar, er ist aber auch zerbrechlich und es gilt, ihn jeden Tag aufs Neue zu bewahren.“
Aus der Geschichte lernen
In das gleiche Horn stößt auch Landeshauptmann Peter Kaiser. Er bezeichnete den 10. Oktober als Auftrag, aus der Geschichte zu lernen und nie zu vergessen, dass Friede das Ergebnis langwieriger Bemühungen war: „Doch all das, was wir heute als selbstverständlich betrachten, war mühsam erkämpft. Und mit dem Blick auf die geopolitische Lage muss man sich bewusst sein: Frieden ist nichts, was einfach da ist. Er muss jeden Tag aufs Neue gelebt und geschützt werden.“
„Es lebe unser Kärnten“
Landtagspräsident Reinhart Rohr erinnerte an weitere Jubiläen, die heuer gefeiert werden: 80 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs, 70 Jahre Staatsvertrag und Österreichisches Bundesheer sowie 30 Jahre EU-Mitgliedschaft. Bei seiner letzten 10.-Oktober-Feier als Landtagspräsident betont Rohr die positiven Veränderungen der Feierlichkeiten in den letzten Jahren: „Wir sind uns heute stärker denn je bewusst, was das Gemeinsame, das Miteinander ausmacht. Wir feiern diese Jubiläen mit Freude und Stolz. Es lebe unser Kärnten in einem geeinten und hoffentlich weiterhin friedlichen Europa.“