„Verpasste Chance“: Radlobby übt scharfe Kritik an neuer Unterführung
Nach fast zwei Jahren Bauzeit wird am 1. November die neue Bahnunterführung entlang der Waidmannsdorfer Straße eröffnet. Die Radlobby sieht Versäumnisse der Stadt Klagenfurt.
Während die ÖBB bei der Planung an Fuß- und Radverkehr gedacht und einen eigenen Geh- und Radweg in der Unterführung geschaffen haben, hat die Stadt Klagenfurt die Chancen für eine sichere Einbindung des Radverkehrs und den notwendigen Radweg-Lückenschluss verpasst, heißt es in einer Presseaussendung der Radlobby.
Gefahrenzone für Radfahrer
Entlang der Waidmannsdorfer Straße besteht ein stark frequentierter, 1,6 Kilometer langer Radweg, der südlich der Sattnitz beginnt und bei der Kreuzung mit der Maximilianstraße beziehungsweise Siebenhügelstraße endet. Der noch fehlende, 300 Meter lange Abschnitt zwischen Maximilianstraße und dem neuen Radweg in der Bahnunterführung ist eine Gefahrenzone für Radfahrende. „Die Straße war die letzten 21 Monate gesperrt. Das wäre die Möglichkeit gewesen, diese Radweglücke zu schließen“, kritisiert Gerald Schumer von der Radlobby Klagenfurt.
Anschluss an den „Radhighway“
Auch nördlich der Unterführung böte die Waidmannsdorfer Straße laut Radlobby großes Potenzial für einen baulich getrennten Radweg bis über die Villacher Straße. Damit entstünde eine durchgängige Nord-Süd-Achse mit Anschluss an die Tarviser Straße – den sogenannten „Radhighway“ Klagenfurts. Diese Maßnahme wäre zudem ein Schritt zur Umsetzung des 2018 beschlossenen Radmasterplans, der die Waidmannsdorfer Straße als zentrale Hauptradroute ausweist. „Die Radlobby hat bereits zu Beginn der Bauarbeiten auf notwendige Verbesserungen hingewiesen. Leider wurden unsere Forderungen nicht berücksichtigt. Bei Gesamtkosten von 16 Millionen Euro wären die zusätzlichen Maßnahmen kaum ins Gewicht gefallen“, so Schumer.
Radlobby befürchtet Konflikte und gefährliche Situationen
„Das unbefriedigende Ergebnis bei der neuen Unterführung ist Ausdruck politischen Unwillens und des Fehlens eines Radverkehrskoordinators. Diese Position ist im Radmasterplan seit 2018
vorgesehen und würde dem Radverkehr endlich den nötigen Stellenwert geben – so wie in anderen Landeshauptstädten“, betont Schumer. Schon vor der offiziellen Eröffnung wird die Unterführung stark von Radfahrenden genutzt. Mit der anstehenden baldigen Freigabe für den motorisierten Verkehr befürchtet die Radlobby jedoch Konflikte und gefährliche Situationen zwischen Auto-, Rad- und Fußverkehr – verursacht durch die mangelhafte Einbindung in den Mischverkehr. „Wir rufen die Verantwortlichen auf, die Radweglücke südlich der Unterführung rasch mit einem sicheren, baulich getrennten Geh- und Radweg zu schließen und die Planungen für eine Verlängerung der Radachse bis zur Villacher Straße zu beginnen.“, heißt es in der Aussendung abschließend.