Städtischer Bauträger: Wirtschaftskammer und ÖVP kritisieren SPÖ-Vorstoß
Kürzlich kam es zur Forderung der SPÖ, dass die Stadt Klagenfurt als eigener Bauträger auftreten solle. Dazu werden nun kritische Stimmen lauter.
Klagenfurts Rote forderten unlängst die Schaffung eines städtischen Bauträgers, damit man unabhängiger agieren könne. Ziel sei eine budgetschonende Bauweise nach dem Vorbild des Linzer Modells. Als konkretes Beispiel für eine erste Entwicklung wurde das Areal des alten Hallenbades genannt. Die Wirtschaftskammer, sowie auch die ÖVP kritisieren den Vorstoß.
„Wohnbau ist definitiv keine Aufgabe der Stadt“
Angesichts der angespannten Budgetsituation der Stadt Klagenfurt warnt Paul Perkonig, Obmann der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Kärnten, vor einem Einstieg der öffentlichen Hand in den Wohnbau. Er sieht darin ein erhebliches Risiko für die Steuerzahler: „Wohnbau ist definitiv keine Aufgabe der Stadt. Dafür gibt es gewerbliche und gemeinnützige Bauträger mit dem nötigen Know-how, mit Erfahrung und mit unternehmerischer Verantwortung.“ Die Stadt müsse sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Franz Ahm, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Klagenfurt, ergänzt: „Leistbarer Wohnraum entsteht durch verlässliche Rahmenbedingungen – nicht durch riskante Bau-Experimente der Stadt. Trotz angespannter Budgetlage selbst als Bauträger aufzutreten, ersetzt keine Probleme, sondern schafft neue auf Kosten der Steuerzahler. Die Stadt Klagenfurt sollte ermöglichen, nicht unternehmerisch experimentieren – und auf die bewährte Kompetenz privater Bauträger setzen.“
Geier: „Klare strategische Planung und keine Schnellschüsse“
Der Grundstücksverkauf des alten Hallenbadgeländes drohe ein Fall für das Gericht zu werden, so Wirtschaftsstadtrat Julian Geier (ÖVP) und betont: „Dass die SPÖ nun vor einer juristischen Klärung dieser Angelegenheit bereits neue Projektideen präsentiert, halte ich für entbehrlich, denn es schwächt die Position der Stadt.“ In einer finanziell angespannten Lage müsse es, so Geier, oberstes Ziel sein, laufende Verfahren sauber abzuschließen und nicht durch Präsentation eines möglichen Plan B Unsicherheit zu schüren. Für den Wirtschaftsstadtrat sei es klar, dass es neuen leistbaren Wohnraum in Klagenfurt brauche. Ob ein städtisches Bauvorhaben wie von der SPÖ geplant, allerdings Früchte tragen würde, sei laut ihm zu hinterfragen. „Es braucht im Wohnbau eine klare strategische Planung und keine Schnellschüsse. Klagenfurt Wohnen hat in diesem Bereich ohne neue Projekte bereits genug offene Themen. Es ist nicht zielführend in Anbetracht der derzeitigen finanziellen Situation, die Stadt in neue Abenteuer mit ungewissem Ausgang stürzen“, erklärt Geier dem Vorschlag der SPÖ eine klare Absage.