„Sportpolitischer Blindflug“: Doch kein Padel-Tennis in Klagenfurt?
Padel-Tennis in Klagenfurt geplant – und schon gibt es Streit im Stadtsenat: Sportreferentin Constance Mochar kritisiert den Alleingang von Liegenschaftsreferent Julian Geier scharf.
Auf dem Gelände des ehemaligen TC Schneider im Auenweg könnte bald Padel-Tennis gespielt werden. Die Stadt sucht Interessenten, die eine entsprechende Anlage betreiben wollen. Das 11.525 Quadratmeter große Grundstück liegt direkt neben den Tennisplätzen der BSG Kärntner Sparkasse, die jährliche Miete beträgt 10.800 Euro brutto. Laut Liegenschaftsreferent Julian Geier (ÖVP) liegt „diese relativ neue Sportart bei vielen Sportlerinnen und Sportlern im Trend und auf diesem Areal sollen weitere Plätze in Klagenfurt geschaffen werden. Im Zuge eines Baurechtes besteht hier nun die Möglichkeit, diese Sportart auch im Süden von Klagenfurt zugänglich zu machen.“ Interessenten können ihre Unterlagen noch bis Ende März 2026 einreichen.
Ein „sportpolitischer Blindflug“
Kritik kommt von Sportreferentin StRin DI Constance Mochar. Sie spricht von einem „sportpolitischen Blindflug“ und wirft Geier eine Kompetenzüberschreitung vor: „Sportpolitik ist mehr als das bloße Verscherbeln von Quadratmetern an den Bestbieter. Es braucht fachliche Expertise und ein Gespür für die Bedürfnisse der Vereine und der Bevölkerung. Beides scheint bei Julian Geier derzeit einer isolierten Geltungssucht zum Opfer zu fallen. Sinnvoller wäre es endlich die Grundstücksverkäufe an die STW AG voranzutreiben und sich endlich positiv am Budgetpfad beteiligen.“
Sofortiger Stopp gefordert
Mochar kritisiert zudem den Bruch mit dem Sportkonzept 2023–2032: „Wer ein vorliegendes Konzept ignoriert, das als Leitfaden für unsere Stadt dient, handelt unverantwortlich gegenüber den Steuerzahlern und der Sportstadt Klagenfurt. Ein moderner Sportpark funktioniert nicht durch Julian Geiers Stückwerk, sondern durch ein stimmiges Gesamtkonzept.“ Sie fordert den sofortigen Stopp der Ausschreibung: „Ich lade den Liegenschaftsreferenten Julian Geier höflich ein, sich wieder an den gemeinsamen Leitfaden der Stadt zu halten, anstatt durch sportpolitische Geisterfahrten Unruhe zu stiften. Sportpolitik wird im Sportreferat gemacht – und nicht im Hinterzimmer von Julian Geier.“