Wieder Aufregung um Gastro-Vergabe im Strandbad Loretto
Die Vergabe der Gastronomie im Strandbad Loretto sorgt wieder für Aufsehen. Die HG Betriebs GmbH bekam den Zuschlag, obwohl sie nur Zweitgereihte war. STW-Vorstand Erwin Smole soll sich zugunsten des Wirts eingesetzt haben.
Wie aus Berichten der Kleinen Zeitung sowie der Investigativplattform mediapartizan.at hervorgeht, soll Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole die Vergabe der Gastronomie im Strandbad Loretto entgegen der Empfehlung der Vergabekommission beeinflusst haben – und zwar zugunsten des Zweitgereihten, dem Klagenfurter Wirt Gert Höferer. Auf Nachfrage von 5 Minuten heißt es dazu vonseiten der Stadtwerke: „Die Jury zur Bewertung der Bieterangebote für die Gastronomie Loretto hat die eingegangenen Angebote geprüft, bewertet und in einer Entscheidungsmatrix zusammengefasst. Im Zuge der Vergabe und nach Rücksprache mit dem Segmentleiter Freizeit wurde festgestellt, dass die Flexibilität und rasche Verfügbarkeit von Personal bzw. saisonale Personalschwankungen, nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Daher erhielt der Zweitgereihte den Zuschlag.“
Stadtwerke verteidigen Vergabe
Zudem wird hinzugefügt: „Das ist keineswegs unrechtmäßig, da die durchgeführte Ausschreibung nicht dem Bundesvergabegesetz unterlag. Das Verfahren wurde freiwillig und im Sinne einer umfassenden Marktsondierung umgesetzt.“ Auch habe es keine Intervention seitens der Politik auf das Vergabeverfahren gegeben. Mehr dazu unter: Vergabe-Affäre in Klagenfurt spitzt sich zu. „Die finale Entscheidungsbefugnis lag beim Vorstand, welcher in dieser Funktion und als Segmentleiter Freizeit, ausschließlich im Sinne des Unternehmens die strategische Entscheidung für die Bietergemeinschaft ‚HG Betriebs GmbH (Höferer)‘ getroffen hat“, so eine Sprecherin der Stadtwerke.
Lückenlose Aufklärung gefordert
Anders sieht das Vizebürgermeister und SPÖ-Klubobmann Ronald Rabitsch. Er fordert eine sofortige und transparente Aufklärung der gesamten „Causa Jonke/Smole/TAS“: „Hier geht es um das Geld der Steuerzahler und um die Integrität unserer öffentlichen Institutionen. Der Aufsichtsrat ist nun in der Pflicht, die Vorgänge rund um die Loretto-Vergabe sowie die Rolle von Vorstand Smole und Patrick Jonke restlos offenzulegen“, betont Rabitsch. Auch Stefan Samonig, Stadtparteiobmann der Grünen Klagenfurt, betont: „Es reicht! Wir sind es leid, dass in dieser Stadt Hinterzimmerpolitik das Vertrauen in Verantwortungsträger:innen und zentrale Institutionen zerstört.“ Gemeinderat Janos Juvan (NEOS) ergänzt: „Wenn sich der Eindruck verfestigt, dass nicht sachlich, sondern im Sinne des Bürgermeisterbüros entschieden wurde, ist eine rote Linie überschritten. Die Stadtwerke dürfen kein verlängerter Arm des Bürgermeisters sein, der persönliche Freunde und Günstlinge versorgt.“