Empörung nach Scheiders FPÖ-Treffen: „Das ist unanständig“
Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider sorgt mit erneuten Wechselgerüchten für Wirbel. Die SPÖ kritisiert scharf, dass Scheider "die Parteizugehörigkeit wechselt wie andere Leute Hemden".
Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider (aktuell FSP) hat bereits einen bunten Strauß an Parteizugehörigkeiten vorzuweisen. Seine politischen Anfänge lagen bei den Freiheitlichen, bevor er nach internen Streitigkeiten zum BZÖ wechselte und zum ersten orangen Bürgermeister Klagenfurts gewählt wurde. Mit der Abspaltung der FPK und der späteren Zusammenführung mit der FPÖ wechselte auch Scheider vorerst wieder zu den Blauen. Im November 2020 folgte der erneute Austritt und Scheider trat bei den Gemeinderatswahlen für das Team Kärnten an und gewann die Stichwahl zum Bürgermeister.
Auf Team Kärnten folgte FSP
Doch auch mit dem Team Kärnten brach Scheider. Als im Jänner 2025 Gerüchte laut wurden, wonach Scheider erneut mit einem Wechsel zur FPÖ liebäugeln solle, beendete das Team Kärnten die Zusammenarbeit mit dem Klagenfurter. Mitte 2025 gründeten Scheider und Vizebürgermeister Patrick Jonke eine eigene Partei, nämlich die Freie Soziale Bürgerpartei (FSP).
Klare Absage der FPÖ
Doch nun soll es erneut zu Gesprächen zwischen Scheider und den Freiheitlichen gekommen sein. Laut einem Bericht der Kleinen Zeitung kam es in der Karwoche zu einem geheimen Treffen zwischen FPÖ-Chef Herbert Kickl und Scheider in Wien, angeblich auf Wunsch des Klagenfurter Bürgermeisters hin. Was genau besprochen wurde, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Hintergrund könnte durchaus gewesen sein, dass Scheider vor den Gemeinderatswahlen 2027 seine Fühler ausstreckt, um mögliche politische Kooperationen auszuloten. Doch nach dem Treffen kam zumindest seitens der Blauen eine klare Ansage: Es werde keine gemeinsame Kandidatur mit Scheider geben.
SPÖ: „Scheider wechselt Parteizugehörigkeit wie Hemden“
Empörung über die erneuten Gerüchte eines Parteiwechsels von Scheider herrscht bei der Klagenfurter SPÖ. Die stellvertretende SPÖ‑Klagenfurt‑Klubobfrau Ines Domenig findet klare Worte: „Ich habe ehrlich gesagt den Überblick verloren – sind es jetzt sechs oder sieben Parteien, bei denen Scheider schon war? Sehen wir einmal davon ab, dass es schon einen besonders flexiblen Umgang mit Ideologien und Weltbildern braucht, um die Parteizugehörigkeit zu wechseln wie andere Leute Hemden. Mit dem eindeutigen ‚Nein‘ der Bundes‑FPÖ zu Scheiders Avancen muss er sich wieder ein anderes politisches Gefährt suchen, das ihn sicher in die Pension bringt.“ Die Roten zeigen sich außerdem verärgert darüber, dass sich Scheider vorrangig mit seinen eigenen politischen Problemen anstatt mit Klagenfurt beschäftige. In der SPÖ würde es so was laut Domenig nicht geben: „Ich kenne die Statuten der FSP nicht, aber in der SPÖ wäre das ein Grund, seinen Parteiausschluss zu diskutieren. Ich kann nur wiederholen: Das ist unanständig.“