Klagenfurter Fuhrpark ohne Haftpflicht: Versicherung zieht die Reißleine
Klagenfurt muss sich nach einer neuen Versicherung für seine 336 Fahrzeuge umsehen. Die Schadensquote war zuletzt so hoch, dass der aktuelle Anbieter den Vertrag nun offiziell gekündigt hat.
Die Landeshauptstadt Klagenfurt steht vor einer logistischen Herausforderung, da die Kfz-Haftpflichtversicherung für die städtische Flotte aufgekündigt wurde. Grund für diesen drastischen Schritt ist eine Unfallbilanz, die aus Sicht des Versicherers schlicht nicht mehr tragbar ist. Wie aus einem aktuellen Stadtsenats-Papier hervorgeht, wurde der Vertrag „aufgrund einer sehr hohen Schadensquote mit Wirkung zum 31. Dezember 2026 gekündigt“. Ein prominentes Beispiel für die Unruhe im Fuhrpark ereignete sich erst im Jänner, als ein städtisches Müllfahrzeug einen Stahlträger rammte und damit eine Kettenreaktion auslöste, bei der eine schwere Verkehrstafel auf fahrende Autos stürzten.
Details zu den Verkehrsunfällen
Doch es sind vor allem die vielen Vorfälle abseits der Schlagzeilen, die die Statistik nach oben treiben. Einen Höchststand gab es dabei im Jahr 2023, als insgesamt 109 Unfälle Kosten von rund 162.700 Euro verursachten. Die Auswertungen der Jahre 2021 bis 2024 zeigen zudem punktuelle Kostentreiber. So verursachte die Berufsfeuerwehr in diesem Zeitraum den teuersten Einzelunfall, der die Versicherung knapp 20.000 Euro kostete. Auch das Fahrzeug des Bürgermeisters blieb nicht schadenfrei. Wie die „Kleine Zeitung“ berichtet, taucht der Wagen – der in der Regel von einem Fahrer gesteuert wird – im Jahr 2021 gleich fünfmal in der Statistik auf, was einen Gesamtschaden von über 8.000 Euro zur Folge hatte.