Ryanair strich erste Flüge: Droht Aus für London ab Klagenfurt?
Weniger AUA-Flüge nach Wien und Unsicherheit bei der Ryanair-Strecke nach London: Bereits in den Sommermonaten kommt es zu vorübergehenden Änderungen im Flugplan ab Klagenfurt. Das sorgt für Kritik.
Einige Kärntner erhielten kürzlich Mails von Billigfluglinie Ryanair. Darin wurde ihnen mitgeteilt, dass einige Flüge zwischen Klagenfurt und London-Stansted „aus kommerziellen Gründen“ gestrichen wurden. Wie aus einem Bericht der Kleinen Zeitung hervorgeht, sind ab dem 25. Oktober 2026 generell keine Hin- oder Rückflüge in die Hauptstadt Großbritanniens buchbar. Nun liegt die Befürchtung nahe, dass die Verbindung, wie jene nach Alicante eingestellt wird. Bekanntlich wurde diese aus dem Programm genommen, um Druck auf die Politik auszuüben und eine Abschaffung der Ticketsteuer zu bewirken. Mehr dazu unter: Machtprobe am Himmel: Ryanair streicht Strecke ab Klagenfurt
Ryanair lässt sich nicht in die Karten blicken
Eine dementsprechende Anfrage von 5 Minuten wurde von der Fluggesellschaft nur vage beantwortet. Ryanair verwies lediglich darauf, dass der Winterflugplan erst finalisiert werden müsse und in einigen Monaten bekannt gegeben wird. Offener zeigt sich eine Sprecherin des Klagenfurter Flughafens. „Der Ryanair-Winterflugplan ist aktuell noch in Ausarbeitung. Wir gehen aber davon aus – und das wurde uns auch so kommuniziert –, dass die Flüge nach London ab November 2026, also mit Beginn des Winterflugplanes, bald wieder buchbar sein werden […].“ Generell sei die London-Strecke „eine sehr gut nachgefragte und für den Flughafen Klagenfurt wichtige Anbindung„. Bereist im Sommerflugplan wurde auf drei wöchentliche Verbindungen aufgestockt. Doch auch in Klagenfurt wird eine politische Lösung hinsichtlich der österreichischen Luftverkehrssteuer gefordert. „Um die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischer Flughäfen langfristig zu sichern.“
Weniger Frühflüge nach Wien
Gesprächiger zeigt sich die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) gegenüber 5 Minuten. Laut Medienberichten sollen bald nämlich auch die sogenannten Nightstops zwischen Wien und Klagenfurt entfallen. Doch ein Unternehmenssprecher kontert: „Im Sommer 2026 entfallen zwischen Klagenfurt und Wien zwar die Nightstops für insgesamt elf Kalenderwochen. Gleichzeitig kommt jedoch größeres Fluggerät – nämlich unsere Embraer-Flotte – zum Einsatz. Das bedeutet dann, dass im heurigen Sommer rund 20 Prozent mehr Sitzplätze im Vergleich zum Sommerflugplan 2025 angeboten werden können.“ Auch vonseiten des Klagenfurter Flughafens heißt es dazu: „Austrian Airlines passt den Flugplan in den Sommermonaten traditionell an die Nachfrage an. Früh- und Spätflüge werden vor allem von Geschäftsreisenden genutzt, während Urlauber eher die Nachmittagsverbindungen nutzen […]. Ab September, also zu einem Zeitpunkt, an dem der Business-Verkehr wieder zunimmt, wird das Angebot mit Tagesrandflügen auf der Wien-Strecke wieder um 20 Prozent erhöht.“
FPÖ: „Weiterer Rückschlag für Kärntner Flughafen“
Kärntner FPÖ-Chef Klubobmann Erwin Angerer übt dennoch Kritik. Die Ausdünnung der Flüge nach Wien ab Ende Juni und der vorläufige Wegfall der Ryanair-Flugverbindung von Klagenfurt nach London seien für den Kärntner Flughafen „ein weiterer schwerer Rückschlag„, erklärt Angerer. „Wir brauchen eine echte Wiederbelebung und Weiterentwicklung! Der Flughafen muss wieder voll für die Wirtschaft und den Tourismus nutzbar sein – nur so kann Kärnten international konkurrenzfähig bleiben.“
Kärntner Flughafen unter Druck?
Die Flughafen-Sprecherin verweist wiederum drauf, dass sich das Streckennetz sehr positiv entwickeln würde: „Mit SkyAlps kommt ab Juni eine neue Direktverbindung nach Rom hinzu […]. Auch Eurowings baut die Verbindung nach Köln auf drei Flüge pro Woche aus […]. Zudem würde auch Ryanair im Sommer ein sehr starkes Programm anbieten. Springerreisen erweitert im Chartersegment ebenfalls das Angebot: Zusätzlich zu den Flügen nach Paros geht es heuer auch nach Skiathos.