Chaosalltag am Kärntner Hühnerhof – mit einem Schwein als „Chef“
Was als kleines Hobby begann, ist in Grafenstein eskaliert: Günter Pittner lebt heute mit rund 300 Hühnern, Dutzenden Hähnen – und einem Schwein, das das Sagen hat. Aus dieser Konstellation ergeben sich kuriose Geschichten.
Günter Pittner wollte es ursprünglich ruhig angehen. Ein paar Hühner im Garten, ein bisschen Landleben neben dem Job. Heute schaut die Sache anders aus: Auf seinem Grundstück tummeln sich etwa 300 Seidenhühner, dazu 47 Hähne, Enten, Tauben, vier Katzen, vier Golden Retriever und drei Kune-Kune-Schweine. Letztere stammen ursprünglich aus Neuseeland und gelten als besonders zutraulich.
Schwein Ferdinand ist der „Chef“ am Hof
Eines dieser Schweine heißt Ferdinand und nimmt sich und seine Rolle am Hof sehr ernst. „Er hat sich selbst in eine leitende Position gebracht“, beschreibt Pittner die Lage trocken. Vor allem beim Futter mischt Ferdinand kräftig mit: „Ferdinand übernimmt parallel strategische Aufgaben, hauptsächlich im Bereich Futteroptimierung und Selbstüberschätzung.“ Doch auch im Hühnerstall läuft selten alles nach Plan. Die Tiere haben sich in fünf Gruppen organisiert. Sie leben ohne sichtbare Abgrenzungen, wissen jedoch ganz genau, wo ihr Bereich endet, schildert Pittner. Zumindest meistens: „Diese unsichtbaren Grenzen werden erstaunlich konsequent eingehalten – bis eine Henne beschließt, dass heute ein guter Tag ist, um internationale Beziehungen zu testen.“
Vom IT-Techniker zum Tier-Chaos-Manager
Beruflich ist Pittner eigentlich EDV-Dienstleister. Er kümmert sich um Computer, Netzwerke und IT-Probleme bei Firmen. Zuhause hat er allerdings ganz andere „Kunden“ – und die halten sich selten an klare Abläufe. „Ich werde inzwischen eher als Servicepersonal gesehen“, sagt er selbst. Generell folgt der Alltag auf dem Hof einem eigenen Rhythmus: Morgens beginnt alles mit einem lautstarken „Hahn-Chor“, danach gibt es Futter, darauf folgt laut Pittner die „organisierte Unruhe“ des Tages. Besonders kurios: Obwohl mehrere Nester zur Verfügung stehen, wollen die Hühner meist alle in dasselbe. Warum? „Vermutlich aus Prinzip“, so Pittner.
„Mehr Gack – mehr Glück“
Das sorgt regelmäßig für Gedränge und für Situationen, die man sich kaum ausdenken könnte. Und deshalb ist Pittner auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben, in dem er die kuriosen und chaotischen Alltagssituationen auf seinem Hof verarbeitet. „Der Alltag bewegt sich insgesamt irgendwo zwischen Routine und völlig unnötiger Eskalation – und genau daraus entstehen die meisten Geschichten“, schildert Pittner die Hintergründe zu seinem Buch. In „Mehr Gack – mehr Glück“ erzählt er von Hühnern mit „klaren Meinungen“, Hähnen mit „Sendungsbewusstsein“ – und eben von Ferdinand, dem selbsternannten Chef im Stall.
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