Geier knallhart: „Wir verwalten uns nur zu Tode. Wir brauchen Wachstum!“
Klagenfurt im Sparwahn? Während Kärnten in der Rezession feststeckt, investiert das kleinere Villach das Dreifache in die Wirtschaft. ÖVP-Wirtschaftsreferent Geier fordert jetzt eine radikale Millionen-Offensive für den Standort.
Die gestern veröffentlichte Wirtschaftsstudie der UniCredit Bank Austria zieht für das Jahr 2025 eine bittere Bilanz: Während die Wirtschaft österreichweit immerhin um 0,6 Prozent wuchs, stürzte Kärnten mit einem Minus von 0,9 Prozent ans Tabellenende aller Bundesländer. Mitten in dieser harten Rezession schlägt Klagenfurts Wirtschaftsstadtrat Julian Geier (ÖVP) nun Alarm. Für ihn ist das schwache Abschneiden ein unüberhörbares Warnsignal und ein klarer Arbeitsauftrag für die Politik: „Gerade jetzt darf Klagenfurt nicht auf die Bremse steigen. Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwieriger werden, müssen wir umso stärker in unseren Standort investieren.“
Der bittere Budget-Vergleich mit Villach
Besonders der Blick auf die Budgets der anderen österreichischen Städte deckt eine gewaltige Schieflage auf. Während Graz satte 9,8 Millionen Euro für seine Wirtschaftsabteilung in die Hand nimmt, muss Klagenfurt mit gerade einmal 1,5 Millionen Euro auskommen, heißt es in einer Aussendung der ÖVP. Noch dramatischer, laut Geier, wird das Liebeserklärung-Defizit an den eigenen Standort im direkten Vergleich mit dem kleineren Villach. Klagenfurt zählt stolze 105.000 Einwohner, über 9.000 Betriebe und 76.000 Beschäftigte. Villach hingegen habe nur rund 65.000 Einwohner und knapp 3.000 Unternehmen – pumpe aber mit 4,2 Millionen Euro fast das Dreifache an Budget in seine Wirtschaft. Ein unhaltbarer Zustand für den Klagenfurter Wirtschaftsreferenten, der aufrütteln will: „Das ist fast das Dreifache unseres Budgets. Diese Zahlen müssen uns zu denken geben.“
Geier will die Wirtschafts-Wende
Um das Steuer herumzureißen, bastelt der Stadtrat bereits an einem umfassenden Wirtschaftsleitbild, das der Landeshauptstadt die seit Jahren überfällige Wirtschaftsstrategie verpassen soll. Klagenfurt soll endlich die Rolle als Portalstadt für den Süden einnehmen und zur wirtschaftlichen Lokomotive des Zentralraums werden. Finanzieren will Geier den Neustart durch eine radikale Umschichtung der Steuereinnahmen: Er fordert, langfristig zehn Prozent der Kommunalsteuer-Einnahmen direkt zurück in die Standortsicherung und Wirtschaftsförderung zu stecken. Bisher fließen „mickrige 1,2 Prozent in die Entwicklung von Wirtschafts- und Betriebsflächen.“
Findest du, dass es der Wirtschaft schlecht geht?
Wachstum statt Sparzwang
Für den ÖVP-Politiker ist die Rechnung simpel: Mehr Investitionen bringen mehr Firmen, sichere Jobs und am Ende noch mehr Steuereinnahmen. „Wirtschaftsförderung ist keine Ausgabe sondern eine Investition in die Zukunft Klagenfurts. Mehr Unternehmen bedeuten mehr Arbeitsplatzsicherheit, mehr Wertschöpfung und mehr Kommunalsteuer. Genau jene Einnahmen also, die wir später für Kinderbetreuung, Pflege, Sport und Kultur brauchen“, stellt Geier klar. Das bloße Verwalten der Krise ist für ihn gescheitert. Sein unmissverständliches Credo zum Abschluss: „Wir werden die Budgetprobleme unserer Stadt nicht durch Verwalten des Status lösen, sondern auch durch Wachstum.“