Reizgas-Einsatz am Klagenfurter Bahnhof: Polizei gibt neue Infos bekannt
Nach einer Attacke in den Bahnhofstoiletten wurde Reizgas versprüht. Die Halle musste stundenlang gesperrt werden, mehrere Personen klagten über Atemwegsreizungen, mittlerweile gibt es neue Details.
Ein 5 Minuten-Leser meldete gegen Samstagmittag einen Feuerwehreinsatz am Hauptbahnhof in Klagenfurt, welcher von der Polizei kurz darauf als Einsatz aufgrund von Reizgas bestätigt wurde. Mittlerweile wurden von den Behörden detaillierte Informationen zu dem stundenlangen Großeinsatz veröffentlicht, der den Bereich rund um den Bahnhof über Stunden hinweg lahmlegte.
Verbale Konfrontation
Der Vorfall nahm gegen 11:20 Uhr in den öffentlichen Toilettenanlagen des Bahnhofsgebäudes seinen Anfang. Dort kam es zunächst zu einer verbalen Konfrontation zwischen drei Personen, die jedoch schnell eskalierte. Im Zuge dessen wurde ein Mann von zwei anderen Männern attackiert. Um sich zu wehren, versprühte der angegriffene Mann eine reizgasähnliche Substanz in Richtung seiner beiden Angreifer. Die Substanz blieb jedoch nicht auf die Toilettenräume beschränkt, sondern verbreitete sich durch die Luftzirkulation rasch in die angrenzenden Bereiche des gesamten Bahnhofsgebäudes. Besonders betroffen waren die große Eingangshalle sowie ein dort ansässiger Lebensmittelmarkt.
Teil des Bahnhofes gesperrt
In der Folge klagten mehrere Passanten und Kunden über akute Beschwerden wie Reizungen der Atemwege, heftigen Husten und Übelkeit. Die Betroffenen mussten direkt vor Ort von Rettungskräften medizinisch versorgt werden. Aufgrund des Vorfalls wurde zwischen 11:30 Uhr und 17:15 Uhr ein umfassender Großeinsatz ausgelöst. Für die Dauer des Einsatzes mussten die gesamte Bahnhofshalle sowie kurzfristig auch der Bahnhofsvorplatz und der zugehörige Parkplatzbereich komplett für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Um die genaue Gefahr zu ermitteln, rückten gefahrstoffkundige Organe an, die vor Ort Messungen durchführten und chemische Proben entnahmen. Nachdem die ersten Untersuchungsergebnisse vorlagen, konnte die Gefährdungslage von den Experten als gering eingestuft werden.
Identifizierung der beteiligten Personen läuft
Daraufhin leitete die Berufsfeuerwehr Klagenfurt umfassende Belüftungs- und Reinigungsmaßnahmen ein, um das Gebäude wieder sicher begehbar zu machen. Am späten Nachmittag, genau um 17:15 Uhr, konnten sämtliche Sperren schließlich wieder aufgehoben werden. Der Zugverkehr selbst war von dem Einsatz nicht beeinträchtigt und blieb über den gesamten Zeitraum hinweg aufrecht. Die polizeilichen Ermittlungen zur Identifizierung der drei beteiligten Männer sowie zur exakten Bestimmung der verwendeten Substanz laufen derzeit weiter.